Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beitrag zur internationalen Krebsbekämpfung

20.04.2010
In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature* berichtet ein 200-köpfiges Autorenteam über die Ziele und Rahmenbedingungen des "International Cancer Genome Consortium" (ICGC). Den deutschen Anteil am weltweit größten Forschungsprojekt zur Klärung der molekularen Ursachen von Krebserkrankungen finanzieren das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Krebshilfe e.V. gemeinsam mit rund 15 Millionen Euro.

Das "International Cancer Genome Consortium" (ICGC) ist ein biomedizinisches Großprojekt, zu dem sich führende Krebsforscher weltweit zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, die genetischen Veränderungen in den wichtigsten Tumorformen zu analysieren, um neue und verbesserte Ansätze zur Prävention, Diagnose und Therapie zu finden.

In der aktuellen Ausgabe von Nature* stellen die Wissenschaftler die geplanten Arbeiten vor. Schwerpunkt des Artikels sind die einzelnen Projektschritte sowie die ethischen Rahmenbedingungen, das Studiendesign und die formalen Vorgaben für alle beteiligten Forschergruppen. Insgesamt soll die Erbinformation von mehr als 25.000 Tumoren analysiert werden. Darüber hinaus wird thematisiert, wie die Ergebnisse den Krebsforschern weltweit schnell und zuverlässig in Form einer Datenbank zur Verfügung gestellt werden können.´

Jede Krebserkrankung ist auf genetische Veränderungen zurückzuführen, die eine normale Körperzelle zur Krebszelle werden lassen. Bekannt ist, dass diese Genveränderungen je nach Tumorart stark variieren. Nur durch eine umfassende Analyse der genetischen Ausstattung einer bösartig veränderten Zelle können die komplexen Vorgänge der molekularen Krebsentstehung verstanden werden. Das BMBF und die Deutsche Krebshilfe ermöglichen gemeinsam, dass sich ein deutsches Forschungskonsortiums am "International Cancer Genome Consortium" beteiligen kann. Beide Partner stellen zusammen rund 15 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung. Die Mittel der beiden deutschen Förderer fließen in einen Forschungsverbund zum Thema Hirntumoren bei Kindern. Diese Krebserkrankungen haben bei Kindern die höchste Sterblichkeitsrate.

"Ziel ist es, die Erbinformation in den Tumorzellen von je 300 Patienten mit so genannten Medulloblastomen und Astrozytomen vollständig zu entschlüsseln", so Professor Dr. Peter Lichter vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Lichter ist Sprecher des deutschen Verbundes. Die Ergebnisse sollen ein besseres Verständnis der biologischen und medizinischen Eigenschaften von kindlichen Hirntumoren ermöglichen, um neue und gezielte Therapien zu entwickeln.

Mit der Finanzierung des Projekts ergänzt das BMBF seine im Rahmen des Programms der medizinischen Genomforschung (Nationales Genomforschungsnetz, NGFN) laufenden Aktivitäten und baut diese international aus. Die Deutsche Krebshilfe fördert seit 35 Jahren wissenschaftliche Forschungsaktivitäten zum Thema Krebs. "Als private Organisation hatte die Deutsche Krebshilfe schon immer das Ziel, gemeinsam mit öffentlichen Trägern grundlegende und umfangreiche Projekte zu verwirklichen und somit Synergien zu schaffen. Das Gemeinschaftsprojekt ist ein hervorragendes, zukunftsweisendes Beispiel einer solchen Partnerschaft", betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Das deutsche Verbundprojekt ist am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg, an den Universitäten Heidelberg und Düsseldorf sowie am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin angesiedelt. "Die Wissenschaftler und Ärzte binden die Ergebnisse der Forschungsaktivitäten im Rahmen des ICGC in laufende klinische Studien ein, damit Krebs-Patienten möglichst rasch davon profitieren können", sagt Nettekoven.

*) The International Genome Consortium (Hudson et al.): International network of cancer genome projects. Nature Vol 464, published online 15. April 2010; doi: 10.1038/nature08987

Projektnr.: 109252

Kontakt
Dr. med. Eva M. Kalbheim
Pressesprecherin - Bereichsleiterin med.- wiss. Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 - 72990 - 96
Fax: 0228 - 72990 - 11
E-Mail: deutsche(at)krebshilfe.de

Dr. med. Eva M. Kalbheim | Deutsche Krebshilfe e. V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie