Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bahnbrechende Erkenntnisse zur Ursache der Multiplen Sklerose

25.08.2011
In einer der bislang umfangreichsten humangenetischen Studien haben u.a australische und neuseeländische Wissenschaftler genetische Variationen entdeckt, die für den Ausbruch der verheerenden Nervenerkrankung MS maßgeblich verantwortlich sind.

Nach jahrelanger Forschungsarbeit veröffentlichte das aus mehr als 250 Forschern aus 15 Ländern bestehende International Multiple Sclerosis Genetics Consortium (IMSGC) am 11. August 2011 seine Untersuchungsergebnisse in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature. Australische Forscher der University of Melbourne und den Florey Neuroscience Institutes waren Teil des internationalen Teams. Neben den Wissenschaftlern spielten auch mehr als 1000 an MS erkrankte Australier, die DNA-Proben zur Verfügung stellten, eine große Rolle.

Im Rahmen der Studie konnten bis zu 57 MS-Gene mit auffallenden Mustern nachgewiesen werden, die deutlich machen, dass ein Ausbruch der Krankheit hauptsächlich auf kleinste erbliche Unterschiede in der Immunfunktion zurückzuführen ist. Die Ergebnisse lassen auf eine Schlüsselrolle der T-Zellen – den Dirigenten des Immunsystems - schließen und zeigen somit, dass es sich bei MS hauptsächlich um eine immunologische Krankheit handelt.

Professor Trevor Kilpatrick, Leiter des Melbourne Neuroscience Institute der University of Melbourne, stellte zusammen mit seinem Forschungsteam und den Wissenschaftlern der Florey Neuroscience Institutes Daten ihres großen Patientenstamms für die internationale Studie zur Verfügung.

„Wir behandeln Tausende von MS-Patienten und können großen internationalen Studien wie dieser umfangreiche Daten liefern. Unsere Wissenschaftler verfügen außerdem über das nötige Fachwissen, um die Forschungsergebnisse bewerten und einordnen zu können. Wir werden nun hunderte Patienten intensiv untersuchen, um zu sehen, wie diese neu entdeckten Gene wirken und zum Ausbruch der Nervenkrankheit beitragen. Die ersten Untersuchungen wurden bereits durchgeführt“, teilte Professor Kilpatrick mit.

Der wissenschaftliche Beitrag Australiens und Neuseelands ist insbesondere auf Professor Graeme Stewart zurückzuführen, einem klinischen Immunologen am Westmead Millennium Institute der University of Sydney. Er leitete ein Konsortium namens ANZgene, das sich aus australischen und neuseeländischen Forschern zusammensetzte. „Die Entdeckung zahlreicher neuer Gene und Genorte hat uns beim Verstehen von MS ein großes Stück weitergebracht. Am wichtigsten für MS-Patienten ist natürlich, dass die Entdeckung der Gene auch die immunologische Behandlung, die derzeit klinisch getestet wird, verbessert und neue therapeutische Möglichkeiten aufzeigt“, sagte Professor Stewart.

Bereits frühere australische Studien haben einen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und einem erhöhten MS-Risiko festgestellt. Das ANZgene Konsortium hatte außerdem ein Vitamin D-Gen auf dem Chromosom 12 identifiziert. Im Rahmen der internationalen Studie wurde nun ein weiteres Vitamin D-Gen entdeckt, was den Forschern einen Einblick in den Zusammenhang zwischen genetischer und umweltbedingter Risikofaktoren verschaffte.

Der Leiter des Instituts, Jeremy Wright, begrüßte die neuesten Forschungsergebnisse. "Diese bahnbrechenden Ergebnisse unserer qualifizierten Wissenschaftler geben MS-Patienten endlich neue Hoffnung. Das ANZgene Team hat maßgeblich zum Forschungserfolg dieser umfangreichen internationalen Studie beigetragen. Australien kommt beim Entwickeln neuer MS Diagnose- und Behandlungsmethoden daher eine besondere Rolle zu", so Professor Wright.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
Rebecca Scott
Media Officer
University of Melbourne
Tel: 0061(0)383440181
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de/
http://www.ranke-heinemann.at/
http://www.ranke-heinemann.tv/

Weitere Berichte zu: ANZGene D-Gen Melbourne Multiple Sklerose Neuroscience

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie