Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autismus-Ausprägung beginnt bereits im Mutterleib

04.06.2014

Steroidhormone im Fruchtwasser erhöhen Risiko in der Schwangerschaft

Autisten sind als Babys im Mutterleib einer erhöhten Konzentration von Steroidhormonen ausgesetzt. Das haben Wissenschaftler der University of Cambridge http://cam.ac.uk gemeinsam mit Forschern des dänischen Statens Serum Instituts http://ssi.dk entdeckt.


Autistisches Kind: Hormone haben Einfluss

(Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)

Die Forscher verglichen Fruchtwasserproben von Frauen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen mit einer erhöhten Konzentration von Steroidhormonen im Fruchtwasser häufiger Kinder gebären, die später Autismus entwickeln.

Erster nicht-genetischer Hinweis

Steroidhormone sind etwa Testosteron, Progesteron und Cortisol - das sind Sexualhormone. "Die Ergebnisse könnten uns helfen zu erklären, warum Autismus häufiger bei Männern auftritt", sagt Expertin Simon Baron-Cohen. "Die Steroidhormone sind unser erster nicht-genetischer Hinweis auf die Entwicklung von Autismus bei Kindern."

Das Team um Baron-Cohen und Michael Lombardo in Cambridge sowie Bent Nørgaard-Pedersen in Kopenhagen untersuchte für die Studie etwa 19.500 Fruchtwasserproben. Sie entnahmen sie einer dänischen "Biobank", die solche Proben sammelt.

Die Wissenschaftler konnten Daten von Frauen ermitteln, die zwischen 1993 und 1999 geboren sind. Die Befunde der Fruchtwasserproben verglichen sie mit dem Vorkommen an Autismus erkrankter Söhne der Frauen.

Warnen vor Steroidhormon-Blockern

Im Vergleich zu gesunden Männern waren die Autisten im Bauch der Mutter einer höheren Steroidkonzentration ausgesetzt. "Dass ein erhöhter Testosteronspiegel mit einer langsameren Sozial-und Sprachentwicklung, einer Detailverliebtheit - also autistischen Zügen - einhergeht, wussten wir schon", sagt Baron-Cohen.

Nun konnte gezeigt werden, dass zu viele Steroidhormone während der Schwangerschaft bei den Kindern zu Autismus führen können.

"Unsere Ergebnisse sollten aber nicht dazu führen, dass Schwangere Steroidhormon-Blocker einnehmen", warnt Baron-Cohen. Denn auch dies könnte unerwünschte Nebenwirkungen haben und das Gehirn des Kindes dauerhaft schädigen.

Denn die Steroidhormone zeigten zwar ihre Wirkung, die komplexen Zusammenhänge von Autismus müssten aber noch weiter erforscht werden.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise