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Ausrottung der Pocken fördert HIV-Verbreitung

18.05.2010
Impfstoff könnte gegen HIV eingesetzt werden

Die weltweite Ausrottung der Pocken könnte unbeabsichtigterweise die Ausbreitung von HIV-Infektionen gefördert haben. Wissenschaftler der George Mason University gehen davon aus, dass der Impfstoff, der eingesetzt wurde, um die Pocken zu bekämpfen, einen gewissen Schutz gegen das Aids-Virus geboten hat. Da er jetzt nicht mehr eingesetzt wird, kann sich auch HIV leichter verbreiten.

Tests legen nahe, dass die Impfung beeinflusst, wie rasch sich HIV vermehrt. Das Team um Raymond Weinstein schreibt jedoch in BMC Immunology, http://www.biomedcentral.com/bmcimmunol dass es noch zu früh sei, eine Pockenimpfung zur Bekämpfung von HIV zu empfehlen.

Erklärungsansätze bislang unzureichend

Weinstein erklärte, dass es mehrere mögliche Erklärungen für die rasche Ausbreitung von Aids in Afrika gegeben hat. Dazu gehörten Kriege, die Wiederverwendung von nicht sterilisierten Nadeln und die Kontamination von frühen Chargen des Impfstoffes gegen Kinderlähmung. Alle diese Ansätze wurden entweder verworfen oder erklärten die Pandemie nicht ausreichend.

Er glaubt, dass die Immunisierung gegen Pocken einen guten Erklärungsansatz liefern kann. Die Immunisierung gegen Pocken wurde von den fünfziger Jahren bis zu den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhundert schrittweise zurückgenommen, gefolgt von der weltweiten Ausrottung. Die Wissenschaftler argumentieren, dass sich HIV seit damals exponetiell ausgebreitet hat.

Impfungen heute selten

Heute werden nur noch Wissenschaftler und medizinisches Fachpersonal, die mit der Krankheit in Berührung kommen, geimpft. Um einen möglichen Zusammenhang zu finden, wurden die weißen Blutkörperchen von Menschen, die erst kürzlich geimpft worden waren auf ihre Reaktion auf HIV hin untersucht. HIV vermehrte sich in den Blutzellen dieser Menschen deutlich langsamer als bei der nichtgeimpften Kontrollgruppe.

Der Impfstoff schien die Vermehrung des Virus um das Fünffache zu senken. Das Team geht davon aus, dass eine Impfung durch langfristige Veränderungen des Immunsystems einen Schutz gegen HIV bieten kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gmu.edu

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