Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atherosklerose - Die Wege der Monozyten

18.02.2013
LMU-Forscher um Christian Weber konnten erstmals zeigen, wie Zellen, die für die Entstehung von Atherosklerose entscheidend sind, ihren Weg in die Gefäßwand finden und dort gefährliche Ablagerungen bilden.

Atherosklerose gehört zu den häufigsten Todesursachen. Bei der Erkrankung bilden sich in den Adern Ablagerungen an der Gefäßinnenwand. Das kann den Blutfluss behindern und schließlich ganz blockieren.

Besonders gefährlich wird es, wenn sich diese Ablagerungen lösen und Gefäße im Herz oder im Gehirn verstopfen. Das kann letztlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Atherosklerose spielen die Monozyten, eine wichtige Gruppe der weißen Blutzellen. Sie sammeln sich an der inneren Gefäßwand und schädigen sie dadurch, was zu einer chronischen Entzündung führt.
Für eine mögliche Therapie der Atherosklerose ist es daher entscheidend, wie die Monozyten in die Gefäßwand gelangen. Professor Christian Weber und Dr. Maik Drechsler vom Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten an der LMU sowie Privatdozent Oliver Söhnlein von der LMU und dem Academic Medical Center Amsterdam konnten nun erstmals zeigen, dass die Rezeptoren CCR1 und CCR5 eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung von Monozyten spielen. Diese umfasst eine Abfolge von Schritten, zu denen die Adhäsion auf dem Endothel und die anschließendeTransmigration dieser Zellen nach Aktivierung der Rezeptoren gehören.

Damit konnten sie die bisher verbreitete Vorstellung korrigieren, dass der Rezeptor CCR2 einen großen Einfluss auf die Rekrutierung der Monozyten hat. „Anders als bisher angenommen, vermittelt dieser Rezeptor nicht die Infiltration von Monozyten in die Gefäßwand, sondern wie auch CXCR2 den Übertritt aus dem Knochenmark in das Blut“, sagt Oliver Söhnlein.

Die beiden Rezeptormoleküle CCR1 und CCR5 bilden damit wichtige Angriffspunkte für neue therapeutische Ansätze gegen die Atherosklerose, die entweder direkt auf die Rezeptoren oder ihre Bindungspartner abzielen. (nh)

Publikation:
Distinct functions of chemokine receptor axes in the atherogenic mobilization and recruitment of classical monocytes
Oliver Soehnlein, Maik Drechsler, Yvonne Döring, Dirk Lievens, Helene Hartwig, Klaus Kemmerich, Almudena Ortega-Go´mez, Manuela Mandl, Santosh Vijayan, Delia Projahn, Christoph D. Garlichs, Rory R. Koenen, Mihail Hristov, Esther Lutgens, Alma Zernecke, Christian Weber
EMBO Molecular Medicine
Doi: 10.1002/emmm.201201717

Kontakt:
Prof. Dr. med. Christian Weber
Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten
Klinikum der Universität München
Tel.: 089 / 5160 – 4350
Fax: 089 / 5160 – 4352
E-Mail: kreislaufinstitut@med.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Ablagerung Atherosklerose CCR1 CCR5 Epidemiologie Gefäßwand Monozyt Prophylaxe Rekrutierung Rezeptor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena

24.02.2017 | Bildung Wissenschaft

Stachellose Bienen lassen Nester von Soldatinnen verteidigen

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee

24.02.2017 | Maschinenbau