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Atemnot in der letzten Lebensphase lindern

25.09.2008
Forschungsprojekt zeigt Behandlungserfolge mit Opioiden

Das Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität unheilbar kranker Patienten zu bewahren, ihre Beschwerden zu lindern und ihnen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Die Deutsche Krebshilfe hat die Palliativmedizin in den letzten Jahrzehnten in Deutschland erheblich vorangebracht.

So unterstützt die gemeinnützige Organisation maßgeblich den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen, die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet sowie die Forschung. Zu den von ihr geförderten Forschungsprojekten zählt eine Studie der Forschungsstelle für Palliativmedizin der Universität Bonn am Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg, die gezeigt hat, dass Schmerzmittel (Opioide) auch eine schwere Atemnot bei Palliativpatienten effektiv lindern. Die Deutsche Krebshilfe hat diese Studie mit rund 65.000 Euro gefördert.

"Bei unserer Arbeit auf Palliativstationen beobachten wir oft, dass die Betroffenen unter extremer Atemnot leiden. Diese so genannte Dyspnoe führt dazu, dass die Patienten in Panik geraten, wodurch sich ihr Zustand noch verschlimmert - ein Teufelskreis", erläutert Frau Dr. Katri Elina Clemens, die das Forschungsprojekt am Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg geleitet hat.

Dyspnoe ist in der Palliativmedizin ein häufiges Symptom. Dabei handelt es sich um das subjektive Erleben von Luftnot, dessen Schwere nur der Betroffenen selbst beurteilen kann. Etwa die Hälfte der Patienten im fortgeschrittenen Tumorstadium leidet darunter. Bei Betroffenen mit Tumoren oder Metastasen in der Lunge steigt der Anteil sogar auf 70 bis 80 Prozent. Vielfältige Faktoren verursachen die Luftnot. Häufigster Grund ist eine erhöhte Atemarbeit aufgrund eingeengter Atemwege oder eines verkleinerten Lungengewebes.

Im Rahmen der Bonner Studie hat Clemens gemeinsam mit Professor Dr. Eberhard Klaschik jetzt erstmals systematisch untersucht, wie die Symptome der Atemnot gelindert werden können. Das Ergebnis: Opioide - also Schmerzmittel, zu denen beispielsweise Morphine gehören - und angstlösende Medikamente helfen den Betroffenen am besten. "Unsere Untersuchungen ergaben, dass die Patienten durch eine den Beschwerden angepasste Opioid-Dosis ruhiger und tiefer atmen.

Die zusätzliche Gabe von Sauerstoff, wie oft praktiziert, lindert die Luftnot jedoch nicht", erklärt Clemens die wesentlichen Ergebnisse der Studie. "Dies ist ein neuer Ansatz, da Schmerzmittel eigentlich die Atmung hemmen. In der richtigen Dosis können sie aber durchaus die Atemtätigkeit positiv beeinflussen." Die Opioide wirken, indem sie zum einen die Atemarbeit erniedrigen und die Atmung effektiver machen. Zum anderen reduzieren sie die emotionalen Reaktionen im Gehirn - wie Angst und Panik. "Unsere Studie hat gezeigt, dass Opioide auch zur Behandlung von Atemnot in der Palliativmedizin zugelassen werden sollten", so Clemens.

Informationsmaterialien der Deutschen Krebshilfe
Die Deutsche Krebshilfe gibt einen allgemeinverständlichen Ratgeber "Palliativmedizin" sowie ein Hörbuch "Leben Sie wohl - Geschichte der Palliativmedizin in Deutschland" heraus. Beides kann kostenlos bestellt werden bei: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn. Der blaue Ratgeber kann auch im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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