Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ARTISTE erlaubt in Zukunft noch präzisere Strahlenbehandlung von Tumoren

25.11.2008
Ein neuer Linearbeschleuniger wird an der Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg am Mittwoch, 26. November 2008, offiziell eingeweiht. Der Linearbeschleuniger mit der Bezeichnung ARTISTE wird völlig neue Möglichkeiten in der Strahlenbehandlung von Tumoren bieten. Es ist das erste Gerät dieser Technikgeneration in Sachsen-Anhalt.

Ausgerüstet mit einer eigenen 3D-Bildgebung lassen sich viel präziser als bisher kleine Tumoren im Körperbereich behandeln, da ihr Sitz im Körper auch kurz vor oder sogar während der Bestrahlung noch einmal exakt bestimmt werden kann, ja sogar das Ausmaß der Bestrahlung während der Bestrahlungstage angepasst werden kann.

"Das bedeutet, dass während der laufenden Behandlung ein direkter Vergleich der aktuellen Patientenanatomie mit dem Planungs-Computertomographen möglich ist und wir daher kurzfristig bei Positions- oder Größenänderungen reagieren können", berichtet Prof. Dr. Günther Gademann, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg. Das Verfahren nennt sich IGRT, Image Guided Radiotherapy (bildgeführte Strahlenbehandlung) und ATRT (Angepasste-Target-Strahlenbehandlung).

Der Linearbeschleuniger bietet die technischen Voraussetzungen, dass die Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) noch besser auf den Tumor unter Schonung des Normalgewebes konzentriert werden kann. Durch die Zielgenauigkeit des Bestrahlungsfeldes wird es möglich, Tumoren mit einer höheren Dosis zu behandeln und somit Heilungschancen zu verbessern. Auch Nebenwirkungen der Behandlung können reduziert werden, da das umliegende gesunde Gewebe optimal geschont wird.

Mit dem Bestrahlungsgerät ARTISTE sollen vorwiegend Tumoren des Körperstammes, wie HNO-Tumoren, Brustkrebs, Lungentumoren, Prostatatumoren und Unterleibstumoren der Frau behandelt werden. Bei solchen Tumoren werden die Möglichkeiten der Präsizionsbestrahlung, auch Ganzkörper-Stereotaxie genannt, in Zukunft stark ausgebaut. Das heißt, spezielle Tumoren werden, anders als bei der üblichen Behandlung, kleinvolumig mit hohen Dosen nur wenige Male bestrahlt.

Anfang September war das neue 4,5 Tonnen schwere Bestrahlungsgerät ARTISTE der Firma Siemens in der Uni-Klinik angeliefert worden. Bevor es nun in Betrieb genommen werden konnte, mussten in den vergangenen Wochen recht aufwändige technische und Umbauarbeiten realisiert werden.

Der Linearbeschleuniger mit einem umfangreichen Zubehör kostet insgesamt 2,8 Millionen Euro und wird aus Landesmitteln finanziert.

Die Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg ist die größte Einrichtung für Strahlentherapie im nördlichen Sachsen-Anhalt. Im Vorjahr wurden hier allein rund 1.300 Patienten betreut.

Die Einweihung und Demonstration des Linearbeschleunigers findet am Mittwoch, 26. November 2008, um 16.00 Uhr im Rahmen eine Symposiums "Technische Innovationen in der Strahlentherapie" für Ärzte, Medizinphysiker und -techniker, Assistenz- und Pflegeberufe in der Universitätsklinik für Strahlentherapie (Haus 23) auf dem Gelände des Universitätsklinikums Magdeburg, Leipziger Straße 44, statt.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. Günther Gademann,
Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg
Tel. 0391/ 6715791

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Erste Verteidigungslinie gegen Grippe weiter entschlüsselt
21.02.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Behandlung mit Immunglobulinen hilft gegen Entzündung der weißen Hirnsubstanz bei Kindern
21.02.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics