Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitsgruppe untersucht erstmals Auftreten von Intervallkarzinomen nach Mammographie-Screening

19.11.2012
Epidemiologisches Krebsregister Nordrhein-Westfalen, Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum und Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster berichten über sogenannte Intervallkarzinomraten für NRW / 78 Prozent aller Brustkrebserkrankungen durch Screening-Mammographie diagnostiziert

Bösartige Neubildungen der Brustdrüse stehen bei Frauen in Nordrhein-Westfalen an erster Stelle aller Krebserkrankungen. Jede achte Frau muss im Laufe des Lebens mit der Diagnose Brustkrebs rechnen. Um langfristig die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken, wurde 2005 das Mammographie-Screening-Programm eingeführt: Alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren werden regelmäßig, das heißt, im Abstand von zwei Jahren, zu dieser qualitätsgesicherten Früherkennungsuntersuchung eingeladen.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Epidemiologischen Krebsregisters Nordrhein-Westfalen, des Referenzzentrums Mammographie am Universitätsklinikum Münster und des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster berichtet nun erstmals über die sogenannten Intervallkarzinomraten für das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die wissenschaftliche Auswertung der ersten Untersuchungsrunde von Ende 2005 bis Ende 2008 umfasste über 850.000 Screening-Teilnehmerinnen und belegt, dass durch die Screening-Mammographie 7.176 Brustkrebserkrankungen erkannt wurden. In den nachfolgenden zwei Jahren traten unter den beim Screening unauffälligen Frauen weitere 2.036 Fälle von neuem Brustkrebs auf. Durch die Screening-Mammographie als alleinige Untersuchung konnten damit 78 Prozent aller Brustkrebserkrankungen in dem Zweijahreszeitraum diagnostiziert werden.

Internationale Publikationen lassen vermuten, dass die im Intervall zwischen zwei Screening-Einladungen diagnostizierten Krebsfälle, die sogenannten Intervallkarzinome, zumeist neu entstanden sind und zum Screening-Zeitpunkt noch nicht diagnostizierbar waren. Die Ergebnisse entsprechen den Vergleichszahlen aus anderen europäischen Ländern und sind ein Beleg dafür, dass in NRW bereits in der Aufbauphase der systematischen Brustkrebs-Früherkennung die Qualität der Programme in anderen europäischen Ländern erreicht wurde. Die Originalarbeit ist Titelthema im Deutschen Ärzteblatt vom 16. November 2012 (http://www.aerzteblatt.de/archiv/132472?src=toc).

Hintergrundinformation zur Arbeitsgruppe in Münster:

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe setzt sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern folgender Einrichtungen zusammen: Epidemiologisches Krebsregister NRW gGmbH, Sitz Münster; Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Medizinische Fakultät, Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Institut für Klinische Radiologie und Referenzzentrum Mammographie, Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Universitätsklinikum Münster.

Redaktion:

Dr. Thomas Bauer
Telefon: 0251 83-58937
E-Mail: thbauer@uni-muenster.de

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebsregister.nrw.de/
http://www.referenzzentrum-ms.de/
http://campus.uni-muenster.de/epi_start.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Demenz: Forscher testen Wirkstoffe im Hochdurchsatz
28.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Demenz: Forscher testen Wirkstoffe im Hochdurchsatz

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

28.03.2017 | Medizintechnik

Elektrische Spannung: Kaiserslauterer Ingenieure erforschen Versagen bei Kugellagern

28.03.2017 | Maschinenbau