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Antitumoraktive Makrophagen sollen chemotherapeutische Behandlung von Brustkrebs verbessern

16.09.2013
Tumore bestehen nicht nur aus genetisch veränderten Zellen, sondern auch aus normalen Zellen in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Hierzu zählen auch körpereigene Fresszellen (Makrophagen), die Tumorzellen angreifen, um sie mit Hilfe weiterer Immunzellen unschädlich zu machen. Diese Kontrolle schützt den Körper vor Tumorwachstum. Tumorzellen nutzen jedoch viele Strategien, um sich dem zu entziehen.

So verändern Tumorzellen Makrophagen in einer Weise, dass sie Tumorzellen nicht mehr angreifen, sondern das Tumorwachstum begünstigen. Forscher der Goethe-Universität Frankfurt überprüfen, ob antitumoraktive Makrophagen die chemotherapeutische Behandlung des Tumors deutlich verbessern können.

Die Überlebensstrategie der Tumorzellen ist als Reprogrammierung oder Polarisierung von Makrophagen bekannt. Die Wissenschaftler haben bereits herausgefunden, dass sterbende Tumorzellen dazu ein Lipid (Sphingosin-1-Phosphat) herstellen, das die Makrophagen manipuliert und so ihr Überleben fördert. Dieser Prozess wird auch durch Chemotherapeutika ausgelöst, die eigentlich mit dem Ziel eingesetzt werden, Tumorzellen zu töten.

Das Team um Professor Bernhard Brüne verifiziert die Arbeitshypothese, ob die Hemmung des Rezeptors auf Makrophagen, der durch das von Tumorzellen freigesetzte Lipid aktiviert wird, die Wirksamkeit von Chemotherapeutika deutlich verbessert. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass diese Makrophagen in der Tumorumgebung ihre volle Anti-Tumoraktivität beibehalten oder zusammen mit den Tumorzellen sterben. „Hierzu nutzen wir eine Kombination von Versuchen auf Zellkulturebene und ein Brusttumormodell in der Maus in Verbindung mit diversen Chemotherapeutika. Wir möchten so den Lipidrezeptor auf Tumor-assoziierten Makrophagen als eine neue Zielstruktur zur Behandlung von Brustkrebs validieren“, erläutert PD Dr. Andreas Weigert das Forschungsziel.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 180.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Millionen Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Bernhard Brüne und PD Dr. Andreas Weigert
Goethe-Universität Frankfurt, Fakultät für Medizin, Biochemie I (Pathobiochemie)

Tel.: +49 (0)69 6301-7423, E-Mail: officebc1@biochem.uni-frankfurt.de

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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