Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antikörperbedingte Herzkreislauferkrankungen im Fokus - ZIK HIKE Greifswald

09.03.2011
Das interfakultäre Zentrum für Innovationskompetenz – Humorale Immunreaktionen bei kardiovaskulären Erkrankungen (ZIK HIKE) an der Universität Greifswald übernimmt heute (9. März 2011) neue Räume. Dafür wurden Teile einer ehemaligen Klinik zu wissenschaftlichen Laboratorien umgebaut.

Die Wissenschaftler des ZIK HIKE untersuchen grundlegende Mechanismen antikörperbedingter Herzkreislauferkrankungen mit modernsten Methoden der Immunologie und Nanotechnologie. ZIK HIKE ist ein neues interfakultäres und interdisziplinäres Zentrum der Universitätsmedizin und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald. Es wird im Rahmen von Unternehmen Region, der BMBF-Innovationsinitiative Neue Länder, fünf Jahre lang mit insgesamt 13,2 Millionen Euro maßgeblich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

In den vergangenen Monaten wurden Behandlungsräume in der ehemaligen Hautklinik der Universitätsmedizin umgebaut und mit moderner technischer Infrastruktur ausgerüstet. Anschließend konnten hochmoderne Großgeräte für die wissenschaftliche Arbeit installiert werden. Dazu gehören unter anderem Rasterelektronenmikroskope, die mit Fluoreszenzmikroskopen gekoppelt sind. Mit Hilfe dieser Technik können Nanostrukturen an lebenden Zellen und Proteinen untersucht und ähnlich wie bei topografischen Karten sichtbar gemacht werden. Auch Kräfte, die zwischen Biomolekülen wirken, können mit diesen Untersuchungsverfahren gemessen werden. Außerdem ist es möglich mit dem aus der Computertechnologie bereits bekannten Verfahren der Nanolithografie Eiweißmoleküle in kleinsten, vorbestimmten Abständen anzuordnen. Regelmäßige Anordnungen von Proteinen finden sich in der Natur zum Beispiel auf Viren in Form von Hüllproteinen.

Im ZIK HIKE interessieren sich die Wissenschaftler vor allem für biologische Nanostrukturen, die in Wechselwirkung mit dem Immunsystem stehen. So sollen Immunreaktionen, die schwere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auslösen, entschlüsselt werden. Im Fokus stehen dabei vor allem Antikörper, die sich gegen körpereigene Strukturen (Autoantikörper) richten. Solche Antikörper können beispielsweise Herzmuskelschwäche hervorrufen oder zu unerwünschten Wirkungen beim Einsatz gentechnologisch hergestellter Medikamente führen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. In den vergangenen Jahren haben die Arbeitsgruppen des Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin (Immunhämatologie) und der Klinik für Innere Medizin B (Kardiologie) an der Universität Greifswald ihre Forschungsaktivitäten gebündelt und an gemeinsamen Forschungsprojekten zu Autoimmunreaktionen bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gearbeitet. Das ZIK HIKE will die Entstehung und die Strukturen solcher Reaktionen bis hin zur Molekülebene erforschen. Dabei müssen Techniken eingesetzt werden, die bislang in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung und dort spezielle in der Physik genutzt werden. ZI HIKE ist somit zu einem Projekt geworden, das gemeinsam von Forschern der Universitätsmedizin und Pharmazie und Biophysik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät getragen wird.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Hans-Peter Müller
Geschäftsführung ZIK HIKE
Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin
Fleischmannstraße 42 – 44, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-2344
muellerh@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hike-autoimmunity.de
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Medikamente mildern Mukoviszidose
23.01.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Dreifachblockade am Glioblastom
23.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics