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Antikörper gegen Krebs – Neue Wege verbessern Wirksamkeit von Antikörpertherapien

19.12.2014

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Vor allem bei älteren Menschen lässt sich in den letzten Jahrzehnten mit gestiegener Lebenserwartung eine deutliche Zunahme an Tumorerkrankungen feststellen.

Die Behandlungsmöglichkeiten für Krebserkrankungen umfassen Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie. In den letzten Jahren konnte dieses Arsenal durch die erfolgreiche Einführung sogenannter zielgerichteter Tumormedikamente wie beispielsweise den monoklonalen Antikörpern erweitert werden. Behandlungsstudien am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen haben hierzu wesentlich beigetragen.

Antikörper sind Eiweißstoffe der körpereigenen Immunabwehr, die bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Bakterien, aber auch kranker oder gesunder Zellen markieren und somit deren Zerstörung durch das Immunsystem einleiten.

Heute können sogenannte monoklonale Antikörper durch gentechnologische Verfahren zum Einsatz bei der Behandlung von Krankheiten zielgenau hergestellt werden. Sie werden dadurch von dem eigenen Immunsystem des Patienten nicht als fremd erkannt und können somit mehrfach mit relativ geringen Nebenwirkungen verabreicht werden. Dieser medizinische Fortschritt hat die Behandlung von Patienten mit verschiedenen Tumorerkrankungen, wie Lungen-, Brust-, Darmkrebs oder malignen Lymphomen, wirksamer und verträglicher gemacht.

Leider spricht eine große Gruppe von Krebspatienten nicht auf die Behandlung mit Antikörpern an. Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Martin Schuler am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen hat mehrere Ursachen gefunden, warum Antikörpertherapien bei Krebserkrankungen wie beispielsweise Darmkrebs, Tumoren des Kopf-Hals-Bereiches oder malignen Lymphomen nicht wirken.

Durch die gesteigerte Ausprägung oder durch Mutationen bestimmter Gene ist die Aktivierung von Apoptose (programmierter Zelltod) durch Antikörpertherapien gestört. Die Kenntnis dieser Mechanismen erlaubte es den Essener Forschern, gezielte Behandlungen zur Überwindung dieser Resistenz zu entwickeln und im Laborexperiment zu testen.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Essen prüften die Forscher anhand vorhandener Tumorproben zusätzlich, ob durch Untersuchung dieser Resistenzgene der Erfolg von Antikörpertherapien bei Patienten besser vorhergesagt werden kann.

Mittelfristig hoffen Professor Schuler und sein Team, diese Ergebnisse in die Behandlung von Patienten am Westdeutschen Tumorzentrum einfließen zu lassen, um den Erfolg von Antikörpertherapien von Krebserkrankungen zu verbessern.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Martin Schuler, Westdeutsches Tumorzentrum, Innere Klinik (Tumorforschung),
Universitätsklinikum Essen, E-Mail: Martin.Schuler@uk-essen.de


Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte die Fortsetzung dieses Forschungsprojektes mit rund 200.000 Euro, nachdem bislang bereits über 320.000 Euro Fördermittel geflossen sind. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/

Bernhard Knappe | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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