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Antidepressiva fördern Bildung neuer Gehirnzellen

18.04.2011
Wachstum erstmals im Laborvesuch eindeutig nachgewiesen

Die ersten eindeutigen Hinweise darauf, wie Antidepressiva die Bildung von Gehirnzellen unterstützen, könnten zu besseren Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen führen.

Der Hippokampus ist eine der beiden Gehirnregionen, die dafür bekannt sind, dass sie lebenslang neue Neuronen bilden. Diese Neurogenese ist bei Menschen mit Depressionen unterbrochen. Derzeit ist nicht erforscht, ob es sich dabei um eine Ursache oder ein Symptom der Krankheit handelt. Klar ist jedoch, dass Antidepressiva auch die Neurogenese im Hippokampus fördern. Wissenschaftler des King's College London haben jetzt herausgefunden, wie genau das vor sich geht.

Ein Viertel mehr Neuronen

Frühere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen manchen Antidepressiva und Stresshormonen, den sogenannten Glucocorticoiden hergestellt, berichtet NewScientist. Das Team um Christoph Anacker beschloss daher zu testen, ob das Medikament Sertralin bei den Glucocorticoid-Rezeptoren von Gehirnzellen wirksam ist. Die Wissenschaftler züchteten menschliche Vorläuferzellen des Hippokampus im Labor und fügten Sertralin hinzu. Zehn Tage später wiesen die Kulturen einen um 25 Prozent höher als erwarteten Zuwachs an neuen Neuronen auf.

Als die Forscher vor dem Sertralin ein Medikament hinzufügten, das die Glucocorticoid-Rezeptoren blockierte, war die Anzahl der neuen Neuronen ungefähr so hoch wie bei einem normalen Wachstum zu erwarten. Das legt nahe, dass das Antidepressivum tatsächlich seine Wirkung über diesen Rezeptor entfaltet. Laut Anacker aktivieren Glucocorticoid-Hormone und Antidepressiva, jedoch geschieht das auf sehr verschiedene Art und Weise. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass diese Forschungsergebnisse die Entwicklung neuer Medikamente ermöglichen werden, die genau auf diesen Bereich abzielen. Details der Studie wurden in Molecular Psychiatry http://www.nature.com/mp veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.kcl.ac.uk

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