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Alzheimer: Plaque-Folgen komplexer als gedacht

27.02.2009
Neues Ziel für Medikamentenentwicklung in Aussicht

Die klebrigen Amyloid-Plaquen, die bei Alzheimer auftreten, dürften weitreichendere Auswirkungen auf das Gehirn haben als bisher angenommen. Die Ablagerungen sind dafür bekannt, dass sie die Neuronen beschädigen, jene Zellen, die für die Signalübertragung zuständig sind.

Jetzt hat Kishore Kuchibhotla vom MassGeneral Institute for Neurodegenerative Disease nachgewiesen, dass auch die Astrozyten, die eine entscheidende unterstützende Rolle spielen, betroffen sind. Die in Science veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Auswirkungen der Plaquen viel komplexer sind als bisher angenommen. Damit könnte auch ein neues Ziel für die Entwicklung von Medikamenten gefunden worden sein.

Astrozyten kommen im Gehirn reichlich vor. Sie machen bis zur Hälfte des Gesamtvolumens aus. Bis vor kurzem nahmen die Wissenschaftler an, dass die Astrozyten eine passive Rolle bei der Unterstützung der Neuronen spielen. Jetzt wird davon ausgegangen, dass sie eigene chemische Signale abgeben, die große Distanzen im Gehirn überwinden können. Die aktuelle Studie ergab, dass die Plaquen die Astrozyten scheinbar aktiver werden lassen. Davon sind jedoch nicht nur die Zellen in ihrer unmittelbaren Umgebung betroffen. Bisher wurde gedacht, dass die Plaquen nur die nahe liegenden Neuronen beeinträchtigen, berichtet BBC Online. Nun scheint es, als ob einzelne Plaquen ihren negativen Einfluss viel weiter ausbreiten könnten.

Laut Kuchibhotla spielen diese Plaquen wahrscheinlich eine komplexere Rolle bei der Veränderung der Gehirnfunktion als gedacht. "Wir bekommen erst eine Ahnung davon, wie die Ablagerungen die Funktion der Astrozyten beeinflussen." Die entscheidende Frage werde sein, wie ihre verstärkte Signalwirkung die Funktion der Neuronen verändert. Eine weitere sei, ob diese Aktivität die Ablagerung der Plaquen einschränkt oder verstärkt.

Das Team markierte Astrozyten mit einer Farbe, die aufleuchtet, wenn die Zelle aktiv ist. Zur allgemeinen Überraschung waren sie bei entsprechend gezüchteten Mäusen viel aktiver als angenommen. Diese Aktivität schien synchron zu laufen und wellenförmig an entfernte Bereiche des Gehirns gerichtet zu sein. Die Blockierung der Neuronenaktivität hatte keine Auswirkung auf die Aktivität der Astrozyten. Damit liegt nahe, dass die Auswirkungen auf die Zellen voneinander unabhängig sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mghmind.org

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