Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alzheimer: Forscher ermöglichen Früherkennung

22.12.2010
Lumbalpunktion und Gehirn-Scan identifizieren Demenz-Anzeichen

Forscher des Institute of Neurology des University College of London haben nach eigenen Angaben eine Möglichkeit gefunden, eine Alzheimererkrankung Jahre vor den ersten Symptomen zu diagnostizieren. Demnach identifiziert eine Lumbalpunktion in Kombination mit einem Gehirn-Scan Patienten mit ersten verräterischen Anzeichen einer Demenz.

Kein Test, keine Heilung

Damit könnte es möglich werden, jene Personen zu identifizieren, bei denen Medikamente den Krankheitsverlauf verlangsamen oder stoppen könnten. Derzeit gibt es keinen Test und keine Heilung bei einer Demenz. Allein in Großbritannien sind derzeit mehr als 800.000 Menschen von der Erkrankung betroffen.

Medikamente und Impfstoffe befinden sich zwar in Vorbereitung. Es ist für Mediziner jedoch schwer, deren Wirksamkeit zu testen. Eine Demenz wird normalerweise erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Das Forscherteam um Jonathan Schott geht jetzt davon aus, dass es mit Alzheimer die am häufigsten auftretende Form der Demenz bereits im frühesten Stadium - vor dem Auftreten der ersten Symptome - diagnostizieren kann.

Schrumpfung des Gehirns

Der neue Ansatz zielt auf zwei Anzeichen ab: Die Schrumpfung des Gehirns und zu niedrige Werte des Proteins Amyloid in der Rückenmarksflüssigkeit. Bekannt ist, dass es bei Alzheimer zu einem Verlust von Gehirnvolumen und zu einer Ansammlung von Amyloid im Gehirn kommt. Das bedeutet auch, dass die Werte des Proteins in der Rückenmarksflüssigkeit geringer sind. Die Suche nach diesen Veränderungen könnte eine viel frühere Entdeckung der Krankheit ermöglichen.

Um diese Annahme zu überprüfen, untersuchten die Forscher 105 gesunde Freiwillige. Bei ihnen wurden eine Lumbalpunktion und ein Gehirn-Scan durchgeführt. Die in den Annals of Neurology http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ana.v68:5/issuetoc veröffentlichten Studienergebnisse zeigten, dass die Gehirne jener, die über niedrige Proteinwerte verfügten - 38 Prozent der Gruppe - doppelt so rasch schrumpften wie jene der anderen. Sie hatten auch fünf Mal so wahrscheinlich das APOE4-Gen und höhere Werte des Proteins Tau. Beide zählen zu den Risikofaktoren für Alzheimer.

Es ist noch zu früh, um zu erkennen, ob einer dieser Freiwilligen an Alzheimer erkranken wird. Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass sich ihre Vermutungen bestätigen werden. Experten untersuchen derzeit, ob statt der Lumbalpunktion auch ein anderer Gehirn-Scan für die Feststellung der Amyloid-Werte eingesetzt werden kann.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ion.ucl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise