Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alzheimer beginnt 25 Jahre vor ersten Symptomen

12.07.2012
Forscher erstellen Countdown für erbliche Form der Krankheit

Alzheimer zeigt sich in Gehirnscans bereits Jahrzehnte vor dem typischen Erinnerungsverlust und der Einbuße kognitiver Fähigkeiten.

Bei der seltenen familiären Variante der Alzheimer-Krankheit beginnt der Countdown etwa 25 Jahre vor den Symptomen, berichten Neurologen der Washington University School of Medicine http://medschool.wustl.edu im "New England Journal of Medicine". "Im Körper findet eine regelrechte Kaskade von Ereignissen statt, die man in einer Zeitleiste abbilden kann", erklärt Studienautor Randall Bateman.

Marker halten sich an Reihenfolge

Sieben Prozent der Alzheimer-Patienten haben eine erblich bedingte Form der Erkrankung, deren Symptome meist schon vor dem 60. Lebensjahr beginnen. Sie kennzeichnet sich durch einen Gendefekt auf den Chromosomen 1, 14 und 21, der dominant vererbt wird. Die bislang schwierige Beforschung dieser Patientengruppe wurde nun durch das Patienten-Netzwerk DIAN (Domantly Inherited Alzheimer Network) möglich. 128 Menschen aus Familien mit entsprechender genetischer Disposition nahmen an der Studie teil.

Auf Grundlage der Krankengeschichte der Eltern schätzten die Forscher das Alter, in die Symptome bei den Mutationsträgern erstmals auftreten werden. Die Untersuchungen zeigten, dass viele Änderungen im Gehirn schon lange vor den ersten Symptomen auftreten. Bei Menschen aus denselben Familien, die keine Genmutationen aufwiesen und somit künftig nicht von erblichem Alzheimer betroffen sein werden, waren diese Marker nicht feststellbar. Die Abfolge der Marker haben die Forscher in einer Zeitleiste aufgelistet.

Start in Rückenmarksflüssigkeit

Demnach fällt bereits 25 Jahre vor den Symptomen das Niveau eines Schlüsselbestandteils der Alzheimer-Plaques in der Rückenmarksflüssigkeit ab. 15 Jahre zuvor sind die ersten Plaques in Gehirnscans sichtbar, das Tau-Protein in der Rückenmarksflüssigkeit nimmt zu und entscheidende Gehirnareale beginnen zu schrumpfen. Zehn Jahre vor den Symptomen verbraucht das Gehirn weniger Glucose - und bei bestimmten Formen des Gedächtnisses treten leichte Beschwerden auf.

Nützlich könnte diese Zeitleiste für künftige Behandlungen sein, die Plaque-Bildung rückgängig machen oder blockieren. Mit ihrer Hilfe könnte man laut den Forschern Betroffene besser auf Alzheimer-Biomarker überwachen. Darüber hinaus erhoffen sich die Wissenschaftler auch Einblicke für die weitaus häufigere Alzheimer-Erkrankung mit spätem Beginn ab 65 Jahren.

Link zur Studie: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1202753

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://dian-info.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie