Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Altersdepression – eine unterschätzte Gefahr

23.03.2011
Ein Ratgeber der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) informiert über Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen im Alter.

Zudem gibt er Angehörigen Hilfestellung bei der Begleitung und Pflege depressiver älterer Menschen und macht Mut: Denn heutzutage sind Depressionen – auch im höheren Lebensalter – gut behandelbar.

Fast 40 Prozent aller Suizide werden von über 60-jährigen Menschen begangen. Ursache dafür sind in den meisten Fällen Depressionen, die im höheren Lebensalter die häufigste psychische Erkrankung darstellen.

Unter den 65-Jährigen leiden etwa fünf Prozent unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Menschen, die in einem Alters- oder Pflegeheim leben, weisen sogar ein noch höheres Risiko auf, an diesem Leiden zu erkranken. Über Depressionen im höheren Lebensalter informiert ein neuer Ratgeber, der in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) entstanden ist.

Herausgeber sind der Psychiatrie-Professor Frank Schneider vom Universitätsklinikum Aachen und der Geschäftsführer der DGPPN, Thomas Nesseler. Die Publikation ist ab sofort im Buchhandel zum Preis von 14,99 Euro erhältlich. Erschienen ist der Ratgeber beim Herbig Verlag.

Depressionen im Alter entstehen meist als Reaktion auf schwierige Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Dazu gehören die nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die Zunahme organischer Beschwerden, der Wegfall des sozialen Status durch Berentung oder der Tod von nahestehenden Personen und Einsamkeit. „Auch Ängste, die um die Gesundheit und den Verlust der Selbstständigkeit kreisen, können Depressionen nähren, wenn keine psychischen Bewältigungsstrategien vorliegen“, so Professor Frank Schneider. Die Symptome der Altersdepression sind nicht grundlegend anders als in jüngeren Jahren. Typisch sind Abgeschlagenheit, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Stimmungs-schwankungen im Tagesverlauf sowie depressive Gedanken bis hin zu Suizidgedanken. Diese zu erkennen ist jedoch viel schwieriger, da sie von anderen Störungen wie beispielsweise einer Demenz überlagert sein können. Angehörige und Familienmitglieder sind in der Regel auf ihre Beobachtungsgabe und ihre Menschenkenntnis angewiesen, um depressive Tendenzen oder Suizidgedanken zu bemerken und zu reagieren. „Fatalerweise halten es auch viele für normal, dass ältere Menschen eine depressive Grundhaltung haben“, so Schneider weiter.

Dass heutzutage Depressionen – auch im höheren Lebensalter – mit Hilfe von Medikamenten und/oder psychotherapeutischen Verfahren gut behandelbar sind, wollen die Herausgeber mit ihrer Publikation zeigen. Auf über 170 Seiten informieren sie über die Diagnose von Altersdepression und deren Behandlungsmöglichkeiten. Daneben geben sie Angehörigen wertvolle Tipps zur Begleitung und Pflege depressiver älterer Menschen und antworten auf die häufigsten gestellten Fragen. Ein umfangreicher Serviceteil mit Erläuterungen zu den gängigsten Fachbegriffen und hilfreichen Adressen runden den Ratgeber ab.

Die Herausgeber:

Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider war bis 2010 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und arbeitet als Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen. Er hat bereits zahlreiche Fachbücher geschrieben.

Dr. phil. Thomas Nesseler ist Hauptgeschäftsführer und Pressesprecher der DGPPN sowie der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) mit Sitz in Berlin.

Daten zum Buch im Überblick:

Prof. Dr. med. Frank Schneider
Dr. Thomas Nesseler
Depressionen im Alter – Die verkannte
Volkskrankheit
Herbig Verlag, München, 2011
EUR [D] 14,99; EUR [A] 18,50; CHF 23,50
ISBN 978-3-7766-2662-9
Rezensionsexemplare können Sie bestellen bei:
Susanne Schmutterer
Herbig Verlag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089-2 9088 119
Fax.:089-2 9088 178
s.schmutterer@herbig.net
Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
Past President DGPPN
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Tel.: 0241-80 89633
Fax: 0241-80 82401
fschneider@ukaachen.de

Dr. Thomas Nesseler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgppn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie