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Alternative zu Antibiotika entdeckt

07.06.2011
Antimikrobielle Peptide können Penecillin ersetzen

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig sind auf eine vielversprechende Alternative zu Antibiotika gestoßen. Antimikrobielle Peptide sollen künftig die in der Alltagssprache auch Penicillin genannten Medikamente ersetzen können.

"Wir haben bereits 20 dieser kurzen Ketten von Aminosäuren identifiziert, die zahlreiche Keime abtöten", sagt Andreas Schubert, Gruppenleiter am IZI auf Anfrage von pressetext.

Zu den bekämpften Bakterien gehören Enterokokken, Hefen und Schimmelpilze, aber auch humanpathogene Bakterien wie der Streptococcus mutans, der in der Mundhöhle Karies erzeugt. "Sogar der multiresistente Krankenhauskeim Staphylococcus aureus wurde in unseren Tests in seinem Wachstum stark beeinträchtigt", berichtet Schubert.

Lebensmittelindustrie kann profitieren
"Wir wollen dahingehen, dass man mit den Peptiden ein Bakterium gezielt abtöten kann und andere am Leben lässt", sagt Schubert. Von der Forschungsarbeit könne auch die Lebensmittelindustrie profitieren. Frischsalate sind beispielsweise stark durch Hefen und Schimmelpilze kontaminiert. Würde man antimikrobielle Peptide bereits im Herstellungsprozess Nahrungsmitteln beimischen, könnte man deren Haltbarkeit verbessern.
Wirkungslose Waffe
Antibiotika galten lange als Allzweckwaffe gegen Infektionskrankheiten. Das Problem: Bakterien entwickeln zunehmend Resistenzen gegen das Medikament. Einige Bakterien lassen sich nicht mehr bekämpfen. Die einst so potente Medizin kann bald zahlreiche häufig vorkommende Infektionen nicht mehr heilen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation steckten sich 2010 fast eine halbe Million Menschen mit einer Form der Tuberkulose an, die gegen viele Antibiotika unempfindlich ist. Ein Drittel der Erkrankten starb. Als Ursache für die wachsende Verbreitung resistenter Erreger vermuten Experten den unsachgemäßen Einsatz von Penicillin und Co.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.izi.fraunhofer.de

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