Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Alter des Empfängers beeinflusst den Erfolg einer Leberzelltransplantation

21.04.2009
Das Alter des Empfängers beeinflusst den Erfolg einer Leberzelltransplantation: das fanden Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg heraus.

In den Versuchen konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Stock und Professor Christ (Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I) feststellen, dass bei älteren Empfängern die Wachstumsrate der transplantierten Zellen im Vergleich mit jüngeren Empfängern um das Zehnfache geringer war.

Der Bedarf an Lebern für die Organtransplantation übersteigt die Nachfrage deutlich. Dabei werden das Organ eines verstorbenen Spenders beziehungsweise Teile einer Leber eines Lebendspenders verpflanzt. Zudem gilt das Verpflanzen einer Leber als eine der schwierigsten Organtransplantationen überhaupt.

Weltweit wird daher nach einer Alternative dazu gesucht. Diese wird in der Transplantation von Leberzellen (Hepatozytentransplantation) gesehen. Doch bisher waren die Ergebnisse solcher Transplantationen oftmals nicht ausreichend. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Medizinische Fakultät) haben nun herausgefunden, dass dies vor allem am Alter des Empfängers liegt. Ihre Forschungsergebnisse stellten am vergangenen Wochenende Dr. Peggy Stock und Professor Bruno Christ erstmals auf der Jahrestagung "Experimental Biology 2009" der "American Society for Investigative Pathology (ASIP) in New Orleans der Öffentlichkeit vor. Der hallesche Beitrag ist einer von zwei, der durch die ASIP publiziert wird.

Die transplantierten Zellen, welche durch eine Infusion oder Injektion verabreicht werden, sollen in die Leber wandern, sich dort vermehren und die Funktion der zerstörten Leberzellen übernehmen, so dass das Organ wieder die normalen Aufgaben wie das Herausfiltern von Schadstoffen übernehmen kann. Bisher ist diese Therapieform vor allem in Tierversuchen erfolgreich erprobt worden. Die Anwendung beim Menschen jedoch scheint bisher nur bedingt erfolgreich.

Die halleschen Forscher fanden in Versuchen mit Ratten nun heraus, dass nicht das Alter des Spenders, sondern das des Empfängers den großen Unterschied ausmacht, ob die transplantierten Zellen sich in der Leber vermehren und die Funktion übernehmen oder nicht. Ursache könnte das geringe Vorhandensein eines für das Zellwachstum wichtigen Wachstumsfaktors beim Empfänger sein. In den Versuchen konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Stock und Professor Christ (Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I) feststellen, dass bei älteren Empfängern die Wachstumsrate der transplantierten Zellen im Vergleich mit jüngeren Empfängern um das Zehnfache geringer war. Aber gerade ältere Patienten stehen auf der Warteliste für eine Lebertransplantation.

Das Alter des Spenders, fanden die halleschen Wissenschaftler heraus, hatte allerdings keinen Einfluss auf den Erfolg der Transplantation. Sie planen nun in weiteren Versuchen in Tiermodellen, durch die Gabe des Wachstumsfaktors den Erfolg einer Zelltransplantation bei älteren Empfängern - in diesem Fall Ratten - zu steigern. Die Forschung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise