Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Allergieschock durch Sport?

06.08.2014

Sport ist gesund. Das gilt in aller Regel immer dann, wenn man seine persönliche Fitness richtig einschätzt und danach handelt. Allerdings gibt es ungewöhnliche Zusammenhänge, die zu gesundheitlichen Problemen führen können, aber schwer zu entschlüsseln sind.

Wer beim Joggen plötzlich einen juckenden Hautausschlag bekommt, Schwächegefühl und Atemnot verspürt, ja vielleicht sogar bewusstlos wird, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen „Allergieschock“ (Anaphylaxie), der durch die Anstrengung ausgelöst wurde.

Darauf wies Prof. Bernhard Przybilla von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU kürzlich bei der 24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München hin.

Diese lebensbedrohliche Krankheit wird zunehmend beobachtet, vor allem bei jungen, sportlichen Menschen. Nicht selten bleibt jedoch die eigentliche Ursache längere Zeit unerkannt, da die Hautreaktionen als chronische Nesselsucht (Urtikaria) fehlgedeutet werden.

Sehr häufig ist es aber eine Allergie auf Weizenmehl, die durch Joggen, aber auch Tanzen, Bergsteigen oder andere körperliche Anstrengung nach dem Genuss weizenhaltiger Nahrungsmittel zur Anaphylaxie führt. Neben Anstrengung gibt es weitere Auslöser, sogenannte „Trigger“ wie Schmerzmittel oder Alkoholgenuss.

Die moderne molekulare Allergiediagnostik hat gezeigt, dass die überwiegende Zahl der Patienten mit einer weizenabhängigen anstrengungsinduzierten Anaphylaxie („wheat-dependent exercise-induced anaphylaxis”) Antikörper gegenüber Omega-5-Gliadin, einem Speicherprotein im Weizen, im Blut hat.

Hauttests mit Weizenextrakt sind hingegen oft negativ. Auch eine Allergie auf andere Weizenkomponenten oder andere Nahrungsmittel kann Ursache einer anstrengungsinduzierten Anaphylaxie sein, eine sorgfältige allergologische Diagnostik zur Identifizierung des Auslösers ist nötig.

Nur so wird eine zuverlässige Versorgung des Patienten durch Meidung der nicht vertragenen Nahrungsmittel, Anaphylaxieschulung und Verordnung von Notfallmedikamenten möglich.

Ansprechpartner: 

Univ.-Prof. Dr. med. Bernhard Przybilla

Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie

Klinikum der Universität München

Frauenlobstraße 9-11

80337 München

Tel. +49 (0)89-4400-56200/-56201

Fax +49 (0)89-4400-56202

Email: Bernhard.Przybilla@med.uni-muenchen.de 

Pressekontakt: 

Philipp Kreßirer

Klinikum der Universität München (LMU)

Pettenkoferstr. 8a

80336 München

Tel: 089/4400-58070

E-Mail: philipp.kressirer@med.uni-muenchen.de

Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie

Die Fortbildungswoche fand erstmals 1951 statt, initiiert von der Klinik und Poliklinik für Allergologie und Dermatologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Seither wird sie alle zwei Jahre mit großem Erfolg durchgeführt. In diesem Jahr hat die Veranstaltung zwischen dem 19. und 25. Juli stattgefunden. Insgesamt sind 50 Kurse, 76 Plenarvorträge und 65 Industrieseminare und -symposien sowie eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen angeboten worden. Mehr als 4.000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben im Kulturzentrum Gasteig und im Holiday Inn-Munich City Center an dem Kongress teilgenommen. Tagungsleiter ist Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Ruzicka, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU, gewesen. Verantwortlich für das wissenschaftliche Programm zeichnete Prof. Dr. Peter Thomas, unterstützt von Prof. Dr. Carola Berking und Prof. Dr. Jörg Prinz (alle LMU-Klinik). 

Website: www.fortbildungswoche.de

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Berner Forschende entdecken Schlaf-Wach-Schaltzentrale im Hirn
11.06.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics