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Allergieforschung: Weltweit erstes automatisches Pollennetz in Bayern am Start

28.09.2016

Das bisherige Pollenmessnetz in Bayern spiegelte die tatsächliche Pollenflugsituation nicht zufriedenstellend wider. Das wird sich nun grundlegend ändern: Bayern bekommt weltweit erstmalig ein umfassend messendes, elektronisches Polleninformationsnetzwerk, ePIN genannt. Dieses liefert zukünftig exakte Daten über Menge und Flugintensität der in der Luft befindlichen Pollen. So können Allergiker gezielt präventive Maßnahmen ergreifen und zudem die Effekte des Klimawandels dokumentiert werden.

Etwa 30 Prozent der bayerischen Bevölkerung leiden an Allergien, die Mehrheit davon reagiert auf Pollen. „Wenn die Pollenflugzahlen am selben Tag bekannt sind, hilft das bei der Allergiediagnose, der Kontrolle der vorhandenen Erkrankung und für vorbeugende Maßnahmen“, sagt Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber, Leiter des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM). „Allergiker und Asthmatiker, die die aktuellen Pollenbelastungen kennen, können rechtzeitig reagieren um starke allergische Reaktionen zu verhindern.“


Prof. Dr. Jeroen Buters vor einer Pollenmessstation

Exakte Pollenflugvorhersage für jeden bayerischen Ort

„ePIN ist das weltweit dichteste und erste automatische Pollenmessnetz - obwohl nur acht Messstationen benötigt werden, um Bayern ausreichend abzudecken“, so Prof. Dr. Jeroen Buters, Wissenschaftler am Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM). Das ist ein großer Fortschritt für die Allergieprävention und die Erfassung von Daten zum Klimawandel.

„Die Daten, die wir erhalten, werden eine exakte Pollenangabe für jeden Ort in Bayern ermöglichen“, sagt Buters. „In einem weiteren Schritt wird dann die Qualität der Pollenvorhersage substantiell verbessert. Dies ermöglicht den Allergikern eine auf die zu erwartende Exposition abgestimmte Planung ihrer beruflichen bzw. privaten Aktivitäten im Freien“.

Das Projekt ePIN führt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Umweltschutz (LfU) durch. Federführender wissenschaftlicher Projektpartner ist das Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), eine Kooperation des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München. Ferner sind die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID), das Leibniz Rechenzentrum (LRZ), der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) sowie mehrere nationale und internationale Forschungseinrichtungen am Projekt beteiligt. Das Netz wird ab 2017 gebaut, in 2018 gestartet und getestet. Der Regelbetrieb soll 2019 beginnen.

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.http://www.hmgu.de

Das Zentrum Allergie und Umwelt München (ZAUM) ist eine gemeinsame Einrichtung von Helmholtz Zentrum München und Technischer Universität München. Die in der deutschen Forschungslandschaft einzigartige Kooperation dient der fachübergreifenden Grundlagenforschung und Verknüpfung mit Klinik und klinischen Studien. Durch diesen translationalen Ansatz lassen sich Erkenntnisse über molekulare Entstehungsmechanismen von Allergien in Maßnahmen zu ihrer Vorbeugung und Therapie umsetzen. Die Entwicklung wirksamer, individuell zugeschnittener Therapien ermöglicht betroffenen Patienten eine bessere Versorgung. http://www.zaum-online.de

Die Technische Universität München (TUM) ist mit mehr als 500 Professorinnen und Professoren, rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 39.000 Studierenden eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, ergänzt um Wirtschafts- und Bildungswissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit einem Campus in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. http://www.tum.de

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde des Freistaats Bayern für Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Veterinärwesen und Arbeitsschutz/Produktsicherheit. https://www.lgl.bayern.de/

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) ist die zentrale Fachbehörde für Umwelt- und Naturschutz, Geologie und Wasserwirtschaft in Bayern. Es erhebt und bewertet Daten über den Zustand der Umwelt in Bayern. Daraus werden Ziele, Strategien und Planungen für eine nachhaltige Nutzung und Sicherung unserer Umwelt entwickelt. Je nach Aufgabengebiet tritt es als Fachgutachter auf, gibt Stellungnahmen ab, ist Aufsichts- oder Genehmigungsbehörde. https://www.lfu.bayern.de/index.html

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/artic...

Sonja Opitz | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

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