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Bei akuter Entzündung der Gallenblase sollte sofort operiert werden

02.09.2013
Studie unter Federführung der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg belegt Vorteile gegenüber verzögerter Operation nach Antibiotika-Behandlung / Veröffentlichung in „Annals of Surgery“

Gleich operieren oder doch noch abwarten?

Eine Studie unter Federführung der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg hat gezeigt: Patienten, die an einer akuten Gallenblasen-Entzündung leiden, sollten umgehend operiert werden; eine spätere Operation nach mehrwöchiger Behandlung mit Antibiotika hat keine Vorteile. Nach einer Operation innerhalb von 24 Stunden haben die Patienten weniger Komplikationen, sind früher wieder fit und können das Krankenhaus schneller verlassen.

„Mit dieser Studie konnte eine langjährige Kontroverse endlich wissenschaftlich gelöst werden“, erklärt Professor Dr. Markus W. Büchler, Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Die ACDC-Studie ist jetzt in der amerikanischen Fachzeitschrift „Annals of Surgery“ veröffentlicht worden.

Wichtigste Risikofaktoren für eine akute Entzündung der Gallenblase sind Gallensteine und ein höheres Lebensalter. Unbehandelt kann die Entzündung der Gallenblase (Cholecystitis) zur Ruptur und zu schweren Infektionen in den benachbarten Organen und im Bauchraum führen. Die Gallenblase wird heute in der Regel ohne großen Bauchschnitt minimal-invasiv mit der „Schlüsselloch-Chirurgie“ entfernt; unklar war bislang, wann der beste Zeitpunkt für diesen Eingriff ist.

Weniger Komplikationen und Beschwerden nach umgehender Operation

Die ACDC-Studie („Acute Cholecystitis—early laparoscopic surgery versus antibiotic therapy and Delayed elective Cholecystectomy“) wurde an mehreren Zentren in Deutschlandgemeinsam von Chirurgen und Internisten durchgeführt. Sie ist die erste klinische Studie, die beide Therapieansätze – frühe und verzögerte Operation – prospektiv bei zwei großen Gruppen, jeweils rund 300 Patienten, nach zufälliger Gruppenzuteilung untersucht hat.

Die Therapie-Ergebnisse wurden 75 Tage nach der Operation analysiert: Bei einer frühzeitigen Operation gab es signifikant weniger Beschwerden und Komplikationen (11,8 Prozent) als bei dem zunächst konservativen Vorgehen (34,4 Prozent).

Auch aus ökonomischen Gesichtspunkten spricht vieles für eine frühzeitige Entfernung der Gallenblase: Die unverzüglich operierten Patienten blieben im Durchschnitt nur 5,4 Tage in der Klinik im Gegensatz zu den später operierten Patienten, bei denen der Aufenthalt im Durchschnitt 10 Tage betrug. Dies schlug sich in den deutlich niedrigeren Krankenhauskosten nieder (2.919 Euro / 4.262 Euro).Das Fazit der Autoren der ACDC-Studie: „Aufgrund dieser Ergebnisse glauben wir, dass die sofortige minimal-invasive Entfernung der Gallenblase die Therapie der Wahl für die akute Cholezystitis bei allen operablen Patienten werden sollte.“

Literatur: Gutt, C., Buechler MW et al: Acute Cholecystitis – Early Versus Delayed Cholecyytectomy, A Multicenter Randomised Trial, Annals of Surgery 2013; 258 (3): 385–393 / doi: 10.1097/SLA.0b013e3182a1599b)

Weitere Information im Internet:

5 Fragen an Prof. Markus Büchler zur ACDC-Studie in “Ärzteblatt online”:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55679/Akute-Cholezystitis-Fruehzeitige-Operation-ist-dem-konservativen-Vorgehen-ueberlegen
Homepage der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.100293.0.html
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
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Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
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