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Aerographit als Klettergerüst für Nervenzellen

09.09.2013
EU fördert Erforschung von Aerographit für Regenerative Medizin

Forscherinnen und Forscher der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der TU Hamburg-Harburg entwickelten 2012 das bis dato leichteste Material der Welt: Aerographit. Untersucht wird jetzt, ob sich das Netzwerk aus Kohlenstoffröhrchen eignet, um darauf Nervenzellen wachsen zu lassen.


Constanze Lamprecht erforscht Aerographit für den Einsatz in der Regenerativen Medizin.
Foto/Copyright: privat

Gefördert wird das Projekt der Kieler Wissenschaftlerin Dr. Constanze Lamprecht mit einem Marie Curie Intra-European Fellowship for Career Development (Innereuropäisches Stipendium für berufliche Entwicklung) der Europäischen Kommission.

Schon länger arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Entwicklung von medizinischen Implantaten, die – etwa bei Wirbelsäulenverletzungen – das Wachstum und die Aktivität geschädigter Nervenzellen anregen und leiten sollen. Ein Material, das als Gerüst für eine neuronale Reparatur dienen soll, muss dabei verschiedenste Eigenschaften in sich vereinen. So muss es zu Bespiel Bereiche besitzen, in denen die Zellen gut anhaften können sowie durchlässige Poren aufweisen und elektrisch leitfähig sein.

All diese Kriterien erfüllt das neue Material Aerographit. Und es hat weitere Vorteile: „Es leitet nicht nur hervorragend Strom, sondern es ist eine tragfähige dreidimensionale Struktur, deren äußere Form äußerst flexibel gestaltet werden kann.

So hoffen wir in Zukunft maßgeschneiderte Gerüste herzustellen, die perfekt an die Wachstumsbedingungen von Nervenzellen angepasst werden könnten“, erklärt Lamprecht, die als Physikerin in der Arbeitsgruppe Biokompatible Nanomaterialien im Institut für Materialwissenschaft an der Technischen Fakultät der CAU arbeitet. Ihre zweijährige Studie „Graphite4Med“ soll nun klären, ob und wie Aerographit für biomedizinische Zwecke eingesetzt werden kann.

Herausfinden muss Lamprecht zum Beispiel, ob ihr Untersuchungsgegenstand überhaupt biokompatibel ist. Ein Problem dabei ist, dass Aerographit Wasser abstößt. „Wir werden verschiedene Architekturen des Materials charakterisieren und für biologische Umgebungen funktionalisieren. Dann schauen wir, wie erfolgreich Zellen darauf wachsen und ob sie dem Verlauf des Gerüstes in spezieller Weise folgen“, skizziert Lamprecht den Studienverlauf. „Wenn dies der Fall sein sollte, könnte Aerographit ein viel versprechender Kandidat für die Anwendung in der neuronalen Regeneration werden.“

Das Marie Curie-Stipendienprogramm der Europäischen Kommission fördert sowohl die geographische als auch die fachliche Mobilität Europäischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Constanze Lamprecht studierte Physik an der TU Dresden und promovierte anschließend in Biophysik an der Universität Linz in Österreich. Nach einjährigem Gastaufenthalt am pharmazeutischen Institut der Universität von Waterloo in Kanada kehrt sie mit dem Marie Curie Fellowship zurück nach Deutschland, um ihrer Forschung in der Kieler Materialwissenschaft eine neue Richtung zu geben.

Ein Foto steht zum Download bereit:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2013/2013-249-1.jpg
Bildunterschrift: Constanze Lamprecht erforscht Aerographit für den Einsatz in der Regenerativen Medizin.

Foto/Copyright: privat

Kontakt ab 9.9.2013:
Dr. Constanze Lamprecht
Biokompatible Nanomaterialien
Tel.: 0431/880 6286
E-Mail: cla@tf.uni-kiel.de

Dr. Boris Pawlowski | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2013/2013-249-graphite4med.shtml

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