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Das Abwehrsystem gegen Hautkrebs fit machen

27.08.2013
Neue Immuntherapie wird in klinischer Studie getestet

Schwarzer Hautkrebs ruft eine Entzündungsreaktion hervor, die das Immunsystem blockiert. So kann der Tumor nicht von Abwehrzellen angegriffen werden, wie Mannheimer Wissenschaftler herausgefunden haben. In Laborversuchen gelang es ihnen, diese Blockade wieder aufzuheben.

Die Deutsche Krebshilfe hat das Forschungsprojekt mit 161.000 Euro gefördert. Die Forschungsergebnisse sollen nun in einer klinischen Studie getestet werden.

Eine der wichtigsten Strategien im Kampf gegen den Schwarzen Hautkrebs – im Fachjargon Malignes Melanom genannt – besteht darin, das Immunsystem bei seinem Vorgehen gegen die Tumorzellen zu unterstützen. Denn die bösartigen Zellen haben zahlreiche Strategien entwickelt, um den Angriffen der eigentlich so schlagkräftigen Immunabwehr zu entkommen. Solche Mechanismen werden als immunologische Escape-Phänomene bezeichnet.

Eine wesentliche Rolle dabei spielen die sogenannten Suppressorzellen. Diese Zellen können die Immunantwort gegen Hautkrebszellen wirkungsvoll unterdrücken, wie die Wissenschaftler um Professor Dr. Viktor Umansky vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und des Universitätsklinikums Mannheim nachweisen konnten. „Wie viele andere Tumoren auch, ruft der Schwarze Hautkrebs eine chronische Entzündung hervor. In der Umgebung des Tumors werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die zahlreiche Suppressorzellen an den Brandherd locken“, erläutert Umansky.

Die zum Tumor gewanderten Suppressorzellen wiederum unterdrücken eines der wichtigsten Instrumente des Immunsystems im Kampf gegen Krebs, die T-Zellen. „Eigentlich sind T-Zellen dazu in der Lage, den Tumor gezielt anzugreifen. Kommen sie jedoch in Kontakt mit einem bestimmten Molekül auf der Oberfläche der Suppressorzellen, stellen sie einfach ihre Aktivität ein“, so Umansky weiter. „Diesen Prozess zu unterbinden ist essenziell für die erfolgreiche Immuntherapie des Malignen Melanoms.“

In Labortests gelang es den Wissenschaftlern, die Produktion der Entzündungsbotenstoffe erfolgreich zu unterdrücken. Die Folge: Es wurden keine Suppressorzellen zum Tumor gelockt – die T-Zellen konnten ungestört zum Krebsherd wandern und den Tumor bekämpfen.

Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass durch das Unterdrücken der immunhemmenden Entzündung die Krebsabwehr auch beim Menschen verbessert werden kann. „Derzeit bereiten wir eine klinische Studie vor, um unsere Erkenntnisse im Praxisalltag zu überprüfen“, erklärt Umansky. „Wir hoffen, dass unsere Forschungsergebnisse dazu beitragen, Schwarzen Hautkrebs zukünftig besser behandeln zu können.“

Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, betont: „Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 234.000 Menschen an Hautkrebs, 28.000 davon am gefährlichen Malignen Melanom. Es ist daher enorm wichtig, gegen diese Krebserkrankung hochwirksame Therapien und neue Therapiestrategien zu entwickeln, um die Behandlung der Patienten zu verbessern.“

Hintergrundinformation: Krebsforschung

Die Fortschritte in der Krebsforschung haben dazu beigetragen, neue und immer wirkungsvollere Therapien gegen Krebs zu entwickeln und bestehende Behandlungsansätze weiter zu optimieren. Diese Erfolge sind auch der Deutschen Krebshilfe zu verdanken – die gemeinnützige Organisation ist der bedeutendste private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. Allein im Jahr 2012 investierte die Deutsche Krebshilfe rund 40 Millionen Euro in die onkologische Forschung. Bei der Forschungsförderung gilt es, im Sinne einer optimalen Patientenversorgung vielversprechende Ergebnisse aus der Forschung schnell und effizient in die klinische Prüfung und Anwendung zu bringen, um die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen stetig zu verbessern.

Christiana Tschoepe | Deutsche Krebshilfe e. V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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