Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ab dem 1. Januar 2009 bundesweit Hörtest bei Neugeborenen

29.12.2008
Ab dem 1. Januar 2009 ist das Hörscreening bei Neugeborenen eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Damit hat nun jedes neugeborene Kind einen Anspruch auf einen Test, der Hörstörungen bereits ab den ersten Lebenstagen zuverlässig erkennen lässt.

Für die weitere, insbesondere sprachliche Entwicklung von Kindern ist es enorm wichtig, dass eine Schwerhörigkeit so schnell wie möglich erkannt und behandelt wird. In den Kliniken der Stadt Oldenburg und des Landkreises Ammerland wird in einer gemeinsamen Initiative mit dem Hörzentrum Oldenburg das Neugeborenen-Hörscreening bereits seit 2007 freiwillig durchgeführt.

"Die Früherkennung einer Hörschädigung bei Säuglingen ist enorm wichtig", so Dr. Rüdiger Schönfeld, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg und medizinischer Leiter der Hörzentrum Oldenburg GmbH. "Denn ohne professionelle Diagnostik werden Beeinträchtigungen des Hörvermögens in der Regel erst im zweiten bis dritten Lebensjahr eines Kindes offensichtlich. Das ist viel zu spät für den kindlichen Spracherwerb, der wiederum maßgeblich ist für die emotionale, soziale und kognitive Entwicklung eines Kindes."

Für das Neugeborenen-Hörscreening werden zwei Verfahren angewendet: die Messung der "otoakustischen Emissionen" und die "Hirnstammaudiometrie". Beide Verfahren sind völlig schmerzfrei und können auch im Schlaf des Babys durchgeführt werden.

In den Kliniken der Stadt Oldenburg und des Landkreises Ammerland gehört das Neugeborenen-Hörscreening, wie auch in einigen anderen Regionen der Bundesrepublik, bereits seit 2007 zum festen Bestandteil der Erstuntersuchung. Möglich wurde die Oldenburger Initiative durch umfangreiche Spendengelder unter anderem von der Kinderhilfe direkt e.V., den Rotary Clubs aus Oldenburg und Westerstede, der EWE-Stiftung sowie vieler engagierter privater Spender. Neben der notwendigen technischen Ausstattung der Kliniken konnte mit diesen Geldern am Hörzentrum Oldenburg eine Screening-Zentrale in Betrieb genommen werden. Hier werden die Daten von Kindern mit auffälligem Befund gespeichert, um eine weiterführende diagnostische Abklärung zu koordinieren.

Genau so wichtig wie das Neugeborenen-Hörscreening ist das Tracking, d.h. die weiterführenden Maßnahmen bei einem auffälligen Untersuchungsbefund. "Unsere Aufgabe ist es, die Daten der Kinder mit auffälligem Befund zu speichern, um gemeinsam mit den Eltern weiterführende Schritte einzuleiten und zu begleiten", erklärt Anja Mohadjer von der Screening-Zentrale am Hörzentrum Oldenburg. "Wir schreiben die Eltern an und raten ihnen, eine endgültige Diagnostik bei einem HNO-Arzt oder Pädaudiologen vornehmen zu lassen, denn nicht jedes auffällige Messergebnis bedeutet automatisch, dass eine Höreinschränkung vorliegt. Sollte sich der Hörschaden allerdings bestätigen, so beraten wir die Eltern auch über Möglichkeiten der Therapien und Frühförderung".

Die Screening-Zentrale am Hörzentrum Oldenburg versteht sich auch als Koordinator zwischen Eltern, Ärzten und Kliniken. Ziel ist es, das Neugeborenen-Hörscreening flächendeckend in allen Geburtskliniken der Region Nordwest einzuführen und alle in der Region angesiedelten Geburtskliniken und Ärzte, die ein Neugeborenen-Hörscreening durchführen, mit der Screening-Zentrale in Oldenburg zu vernetzen. "Nur so lassen sich bei allen Neugeborenen mögliche Hörschäden rechtzeitig und zuverlässig diagnostizieren und behandeln", erklärt Anja Mohadjer.

Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne auch ein Pressefoto zur Verfügung.

Pressekontakt:
Zühlke Scholz & Partner
Yvonne Küchler
Tel: 030 / 40 88 94-11, Fax: -94
eMail: y.kuechler@zsp-berlin.de
HörTech gGmbH
Dr. Corinna Pelz
Tel: (0441) 21 72-203, Fax: -350
eMail: C.Pelz@HoerTech.de
Die Hörzentrum Oldenburg GmbH ist ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Hörforschung und Hörgeräteevaluation in Deutschland. Ziel des Zentrums ist die Verbesserung der Möglichkeiten zur Hördiagnostik und Rehabilitation hörgeschädigter Menschen durch anwendungsorientierte audiologische Forschung, Spezialdiagnostik und Therapie von Hörstörungen. Das Unternehmen evaluiert und optimiert Hörsysteme für die Hörgeräte-Industrie. Kunden sind u. a. Siemens Audiologische Technik, GN ReSound, Phonak, AudioService, Widex, Oticon und Kind Hörgeräte. Ein zweiter Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Spezialdiagnostik und Verbraucherberatung. Weiterhin werden Fort- und Weiterbildungen für Hörgeräte-Akustiker, HNO-Ärzte, Audiologen und andere Marktteilnehmer angeboten. Das Hörzentrum Oldenburg betreibt das "Haus des Hörens", das die wichtigsten Institutionen der Oldenburger Hörforschung beherbergt. Weitere Informationen finden Sie unter www.hoerzentrum-oldenburg.de.

Die Initiative Neugeborenen-Hörscreening Nordwest (NHS Nordwest) arbeitet unter der Koordination der Hörzentrum GmbH seit Juni 2007. Ziel der Initiative ist, das Neugeborenen-Hörscreening flächendeckend in den Geburtskliniken der Region Oldenburg/Ammerland zu etablieren. Neben dem Hörzentrum Oldenburg gehören der Initiative folgende Kliniken an: Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, das Klinikum Oldenburg, das Pius-Hospital Oldenburg und die Ammerlandklinik Westerstede GmbH.

Yvonne Küchler | idw
Weitere Informationen:
http://www.hoerzentrum-oldenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit