Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,3 Millionen Dollar für HIV-Impfstoff-Entwicklung: RUB-Mediziner wollen Immunsystem austricksen

29.10.2012
Neuer Ansatz für HIV-Impfstoff-Entwicklung
RUB-Mediziner wollen Immunsystem austricksen
2,3 Millionen Dollar Förderung von der Bill & Mellinda Gates-Stiftung

Für die Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus erhalten Forscher um Prof. Dr. Klaus Überla von der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität in den nächsten drei Jahren 2,3 Millionen Dollar Fördermittel von der Bill & Mellinda Gates Foundation.

Die Bochumer Wissenschaftler sind Teil der Collaboration for AIDS Vaccine Discovery (CAVD), die durch intensiven Austausch von Informationen, Methoden und Reagenzien die HIV-Impfstoffentwicklung beschleunigen möchte. „Das Projekt beruht auf unserer Beobachtung, dass bestimmte Immunantworten das Risiko für eine HIV-Infektion zu erhöhen scheinen“, sagt Prof. Überla. „Diese Art von schädlicher Immunantwort wollen wir vermeiden, aber trotzdem schützende Antikörper erzeugen.“

Frühere Studie: HIV-Impfstoff erhöht Infektionsrisiko

Vorangegangene Versuche, Impfstoffe gegen HIV zu entwickeln, schlugen fehl. Das Präparat, das in der sogenannten STEP-Studie der Pharmafirma Merck eingesetzt wurde, erhöhte gar die Empfänglichkeit für das Virus. „Es ist außerordentlich wichtig zu verstehen, warum der Impfstoff diese Wirkung hatte“, so Überla. „Die Erkenntnisse könnten einen enormen Einfluss auf die Entwicklung zukünftiger Substanzen haben.“ Aufbauend auf den Erkenntnissen der STEP-Studie plant das Forscherteam, einen neuartigen Impfstoff zu entwickeln und im Tiermodell zu testen.

T-Helferzellen: HIV-Vermehrung vs. Antikörperproduktion

Frühere Studien haben gezeigt, dass bestimmte Antikörper gegen die Hüllproteine des HI-Virus eine Infektion verhindern können. Wichtig für die Antikörperproduktion sind die sogenannten T-Helferzellen vom CD4-Typ. Sie erkennen Eindringlinge im Körper und signalisieren anderen Zellen, dass sie Antikörper herstellen müssen. Unterschiedliche Arten von T-Helferzellen reagieren dabei auf unterschiedliche Krankheitserreger. Reagierende CD4-T-Zellen sind jedoch auch der Ort, an dem sich das HI-Virus besonders vermehrt. Steigt die Anzahl der auf HIV reagierenden CD4-T-Zellen als Folge der Impfung, nutzt und schadet das also gleichzeitig.

Nur nutzen, aber nicht schaden

In dem Forschungsprojekt „Induktion hoch-affiner Antikörper gegen das HIV Hüllprotein ohne HIV-spezifische T-Helferzellen“ soll ein neues Immunisierungsverfahren untersucht werden. Die Mediziner wollen die Antikörper mit solchen T-Helferzellen herstellen, die eigentlich nicht das HI-Virus sondern andere Krankheitserreger erkennen. Dadurch würde die Zahl der T-Helferzellen, die auf HIV reagieren, durch die Impfung nicht mehr steigen, sodass sich HIV nicht mehr so gut vermehren kann. Die Wirksamkeit des neuen Immunisierungsverfahrens soll in Kooperation mit Frau Dr. Stahl-Hennig vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen bestimmt werden.
Weitere Information

Prof. Dr. Klaus Überla, Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23189
virologie@ruhr-uni-bochum.de

Angeklickt

Collaboration for AIDS Vaccine Discovery
https://www.cavd.org/Pages/default.aspx

Redaktion: Dr. Julia Weiler

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Erstmals Herzpflaster aus Stammzellen für die Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche
17.02.2017 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung