Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WSL ist erste Prüfstelle für Steinschlagnetze mit eigener Testanlage

20.10.2010
Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL ist die erste von der EU notifizierte Prüfstelle mit eigener Testanlage für Steinschlag-Schutzsysteme.

Am 19. Oktober führte sie die erste Typenprüfung in dieser Eigenschaft durch: in ihrer Anlage bei Walenstadt wurde ein Schutzsystem nach Europanorm getestet, das bis zu 16 Tonnen schwere Felsbrocken zurückhalten kann.

Der Brocken, der heute von der Felswand eines stillgelegten Steinbruchs bei Walenstadt herunterdonnerte, ist ein Meilenstein der praxisorientierten Forschung an der WSL. Aufgrund ihrer Erfahrung bezüglich aufwändiger Prüfverfahren und dank der nach internationalen Standards betriebenen Testanlage für Steinschlag-Schutznetze wurde die WSL nämlich als offizielle Prüfstelle in Brüssel anerkannt. Die erhobenen Messdaten werden nun durch die Empa, die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt, evaluiert, wonach die EU-weite Zulassung des geprüften Systems erfolgen kann.

In immer mehr Ländern werden neuartige, möglichst kostengünstige Schutzsysteme gegen Steinschlag verwendet. Die offizielle Typenprüfung ist für deren Hersteller ein bedeutendes Ereignis. Dass eine Prüfstelle gleich selbst eine Testanlage betreibt, wie es in Europa bislang nur die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL tut, vereinfacht das Zulassungsverfahren.

Die WSL erforscht seit vielen Jahren experimentell und rechnerisch das dynamische Tragverhalten von Schutzkonstruktionen. Schon bisher prüfte sie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU und der Expertenkommission für Lawinen und Steinschlag (EKLS) Schutzsysteme verschiedener Hersteller, die in der Schweiz eingesetzt und in den meisten Fällen auch von der öffentlichen Hand subventioniert wurden. Die WSL wird durch ihre neue Funktion als EU-notifizierte Prüfstelle auch international eine attraktive Prüfinstitution. Ihre langjährige Erfahrung ermöglicht der WSL als Forschungsanstalt des ETH-Bereichs einen optimalen Technologietransfer beim Schutz vor Naturgefahren.

Steinschlagschutz-Konstruktionen werden im Gebirge entlang von Verkehrswegen und zum Schutz von Menschen und Gebäuden eingesetzt. Die heutigen Schutzbauwerke können Blöcke mit einer Energie von bis zu 5000 kJ aufhalten. Das entspricht einer Masse von 16 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h. Die in Walenstadt getesteten flexiblen Systeme sind bei gleicher Leistung weniger schwer, in stark geneigtem Terrain einfacher zu installieren und letztlich günstiger als kompakte Stahlbetonbauten. Aktuell wurde eine Konstruktion der Firma Geobrugg AG geprüft, die aus zusammenhängenden Drahtringnetzen besteht, welche im Hang durch Stahlseile und -stützen aufgespannt werden.

Gottardo Pestalozzi | idw
Weitere Informationen:
http://www.wsl.ch/pruefstelle

Weitere Berichte zu: Forschungsanstalt Schutzsystem Steinschlag Steinschlagnetze Testanlage WSL

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Mikroplastik in Meeren: Hochschule Niederrhein forscht an biologisch abbaubarer Sport-Kleidung
18.09.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Flexibler Leichtbau für individualisierte Produkte durch 3D-Druck und Faserverbundtechnologie
13.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie