Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftliche Impulse für die Reifenentwicklung

26.02.2013
Neues Transferprojekt von IPF Dresden, DIK Hannover und Continental bringt neueste Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die Industrie

Autoreifen mit deutlich geringerem Verschleiß und Abrieb zu entwickeln, ist eine Herausforderung, für die jetzt in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Transferprojekt der Weg geebnet werden soll.


Durch Abrieb und Verschleiß geschädigter Reifen
Foto: Eric Lewis (veröffentlicht auf http://flickr.com/photo/49502985672@N01/31528636 unter Creative Commons Lizenz)

In dem über drei Jahre angelegten Projekt kooperieren das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) und das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie e. V. (DIK) in Hannover mit dem größten deutschen Reifenproduzenten Continental Reifen Deutschland GmbH, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für neue Produktentwicklungen in der Reifenindustrie nutzbar zu machen.

IPF und DIK hatten gemeinsam mit vier weiteren Forschungseinrichtungen (Technische Universität Dresden, Technische Universität Chemnitz, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Max-Planck-Institut für Polymerforschung Mainz) in der DFG-Forschergruppe "Bruchmechanik und Statistische Mechanik von verstärkten Elastomerblends" grundlegende Zusammenhänge zu Bruch- und Versagensmechanismen bei elastomeren Werkstoffen untersucht.

Wie ein Riss in einem Material entsteht, vor allem aber in welcher Weise und in welcher Geschwindigkeit er sich ausbreitet, bevor es schließlich zu einem größeren Schaden bzw. kompletten Materialversagen kommt, wird bei Gummi- und Elastomerwerkstoffen von zahlreichen Einflüssen bestimmt. Die Zusammenarbeit von sechs Partnern mit unterschiedlichen Expertisen erlaubte es, erstmals dem komplexen Geschehen im Detail auf die Spur zu kommen:

Einzelne Aspekte wurden mittels physikalischer Untersuchungen, numerischer Berechnungen und Modellierungen eingehend studiert, um schließlich das Gesamtphänomen als Geflecht wechselseitiger Abhängigkeiten zu verstehen. Es wurden Modelle und Prüfmethoden entwickelt und entsprechend kombiniert, die zuverlässige Aussagen zur Lebensdauer eines Bauteils und zu dessen Verhalten im Schädigungsfall ermöglichen.

Dies ist für Anwendungen wie Autoreifen von hohem Interesse – insbesondere im Hinblick auf Sicherheitsaspekte. Zudem bietet es die Grundlage für eine weitere Optimierung der Materialeigenschaften, vor allem in Bezug auf Abrieb und Verschleiß, wichtige Reifeneigenschaften, denen in den letzten Jahren seitens Forschung und Entwicklung allgemein deutlich weniger Beachtung geschenkt worden war als den seit November 2012 im EU-Reifenlabel auszuweisenden Kennwerten Rollwiderstand, Nasshaftung und externem Rollgeräusch. Eine Reduzierung von Abrieb und Verschleiß erhöht Lebensdauer und Betriebssicherheit von Reifen.

Im Rahmen des Transferprojektes werden Prüfmethoden und Modellierungsverfahren in die industrielle Praxis überführt und für deren Bedürfnisse weiterentwickelt. Continental erhält dadurch ein innovatives Konzept, das für Produktentwicklungen verwendet werden kann.

Kontakt:
Prof. Dr. Gert Heinrich
gheinrich@ipfdd.de
0351 4658-361

Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Hält die Klebung?
29.05.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise