Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Verschleiß dank Laserbehandlung

01.12.2010
Ein guter Verschleißschutz von Werkzeugoberflächen hilft Material und Kosten zu sparen. Gerade Schmiede- und Druckgusswerkzeuge leiden besonders stark unter Abrieb und Haftverschleiß.

Mit dem Laser lassen sich die Oberflächen solcher Werkzeuge jedoch gezielt schützen: Verfahren zur Oberflächenbehandlung wie das Laserlegieren, -dispergieren und -härten oder das Laserauftragschweißen verringern die Anfälligkeit vor allem gegenüber Abrasion und verlängern so die Standzeiten der Werkzeuge.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT entwickelt diese Verfahren für den Werkzeugbau weiter und präsentiert ihre Anwendungen für den Werkzeugbau während der EuroMold 2010 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 11, Stand D66.

Längere Standzeiten für Schmiede- und Druckgusswerkzeuge durch Laserlegieren und -nitrieren

Durch das Laserlegieren in Kombination mit einer anschließenden Nitrierbehandlung lassen sich verschleißgefährdete Werkzeugrandschichten je nach Anwendung gezielt verändern. Das Laserlegieren wirkt dabei dem abrasiven Verschleiß entgegen, während das Nitrieren die Werkzeuge vor Adhäsion schützt. Werkzeuge, die auf diese Weise behandelt wurden, lassen sich dadurch fast doppelt so lange nutzen.

Im EU-geförderten Forschungsprojekt "CURARE" untersucht das Fraunhofer IPT seit Mitte 2008 gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Werkzeugherstellern und Anwendern aus ganz Europa diese Verfahrenskombination für den Verschleißschutz von Schmiede- und Aluminium-Druckgusswerkzeugen.

Ziel des Projekts ist es, geeignete Anlagentechnik und flexible Bearbeitungsstrategien für das Laserlegieren und -dispergieren unterschiedlich geformter Werkzeuge zu entwickeln. Die 5-achsige Bearbeitung der Werkzeuge mit dem Laser erfolgt vollautomatisiert anhand eines eigens entwickelten CAx-Moduls. Die Prozessdaten werden im CAx-Modul hinterlegt und dienen zur Bearbeitung verschiedener Bauteilgeometrien. Der Anwender kann dann durch einfache Auswahl der gewünschten Geometrie und anderer Eigenschaften einen vollautomatisierten Bearbeitungsprozess starten. Die Nitrierbehandlung wird separat entwickelt und in Verbindung mit dem Laserlegieren optimiert. Gründliche Analysen der Werkzeugrandzonen fließen außerdem in ein umfassendes Konzept für das Qualitätsmanagement ein.

Leistungsfähiges Verfahren im Test für den industriellen Einsatz

Von der Leistungsfähigkeit der kombinierten Oberflächenbehandlung konnten sich die Industriepartner im Projekt "CURARE" bereits überzeugen: Die Endanwender unter ihnen setzten die behandelten Werkzeuge dazu unter industriellen Bedingungen in ihrer Fertigung ein. Auf diese Weise lassen sich sowohl das Bearbeitungssystem als auch die behandelten Schmiedewerkzeuge unter technologischen und wirtschaftlichen Aspekten bewerten.

Partner im EU-Projekt "CURARE"

– Fraunhofer IPT, Deutschland
– National Institute for Laser, Plasma and Radiation Physics, Rumänien
– A. BENEVENUTA & C. S.p.A., Italien
– DMF Werkzeugbau GmbH, Deutschland
– EDAETECH Engenharia e Tecnologia, S.A., Portugal
– Forjaco-Aco Forjado, Lda., Portugal
– Rasche Umformtechnik GmbH & Co. KG, Deutschland
– KLF-ZVL MTK spol. s.r.o., Slowakei
– Istituto Per Le Ricerche Di Tecnologia Meccanica R.T.M., Italien
Kontakt
Dipl.-Ing. Daniel Heinen
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
Steinbachstr. 17
52074 Aachen
Telefon +49 241 8904-443
Fax +49 241 8904-6443
daniel.heinen@ipt.fraunhofer.de

Susanne Krause | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipt.fraunhofer.de/Presse/Pressemitteilungen/20101201Euromold2010.jsp
http://www.ipt.fraunhofer.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise