Anzeige
Nicht erst bei der Ausstattung von OP-Sälen und Krankenhäusern sind strenge hygienische Anforderungen und Sterilität oberstes Gebot. Schon die Fertigung setzt in der Life-Science-Industrie für ihre biomedizinischen Produkte eine reine Umgebung voraus, damit die Produktqualität nicht durch Mikroorganismen leidet und es möglichst zu keinen kontaminationsbedingten Ausschüssen kommt. Um die Gefahr einer Kontamination während des Produzierens zu minimieren, muss bereits bei der Planung einer Produktionsstätte Vorsorge getroffen werden, dass in der späteren Fertigung keine Kontaminationsquellen auftreten können.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den eingesetzten Werkstoffen und deren chemische und biologische Resistenz gegenüber einem mikrobiellen Befall.
Damit rücken auch die für eine Produktionsstätte einzusetzenden Werkstoffe, z. B. für Fußböden, Wandanstriche, Dichtungen, Ablageflächen etc. in den Blickpunkt. Für ihren Einsatz in der Life-Science-Industrie müssen sie beständig gegen die eingesetzten chemischen Reiniguns- und Sterilisationsmittel sein und dürfen nicht von Mikroorganismen besiedelt und verstoffwechselt werden. Meist kommen bekannte Materialien wie Edelstahl, eloxiertes Aluminium, verschiedene geprüfte und zugelassene Elastomere und Kunststoffe zum Einsatz. Neue Werkstoffe mit entsprechender Qualifizierung werden künftig die aktuelle Werkstoffauswahl entscheidend erweitern. In verschiedenen Bereichen können antimikrobiell ausgestattete Materialien und Oberflächen eingesetzt werden. Hier ist neben dem Funktionsnachweis der antimikrobiellen Beschichtung auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit des eingesetzten Materials von entscheidender Wichtigkeit. Entsprechende Tests der biostatischen oder antimikrobiellen Eigenschaften der Materialien (in Anlehnung an ISO 846 oder JIS Z 2801) sind wesentlich und werden in der Abteilung »Reinst- und Mikro produktion« des Fraunhofer IPA durchgeführt. Ebenso werden die chemische Beständigkeit nach ISO 2812-4 und die mikrobiziden Eigenschaften nach ISO 22196 untersucht und bewertet. Die Ergebnisse dienen der Qualifizierung und Klassifizierung des untersuchten Materials im Blick auf seine mikrobiologischen Eigenschaften und werden in die Datenbank www.tested-device.com eingestellt. Dabei kann der Auftraggeber jederzeit wählen, welche Ergebnisse er zur Veröffentlichung freigibt.
Sind auf der offenen Plattform www.tested-device.com vor allem die Daten von Geräten für jedermann abrufbar, die vom Fraunhofer IPA auf Reinraumtauglichkeit zertifiziert wurden, arbeitet der Industrieverbund »Cleanroom Suitable Materials CSM« an einem umfangreichen exklusiven Wissenspool über die Reinheitstauglichkeit von Werkstoffen. Übergeordnetes Ziel des vom Fraunhofer IPA ins Leben gerufenen Industrieverbunds CSM ist es, den Anlagenkonstrukturen Hilfsmittel zur Auswahl reinheitstauglicher Werkstoffe an die Hand zu geben. Dazu sitzen Key Player aus den relevanten Industrien an einem Tisch und entwickeln gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA aussagekräftige Verfahren zur Prüfung und Bewertung der Reinheitstauglichkeit von Werkstoffen.
In Form einer weltweit einmaligen internetbasierten Ergebnisdatenbank erhalten die Teilnehmer unter www.ipa-csm.com Zugriff auf alle im Industrieverbund untersuchten Werkstoffe. So profitieren alle Mitglieder von den Synergieeffekten des großen Verbunds, der einen schnell wachsenden Werkstoffdatensatz mit sich bringt. Die benutzerfreundliche graphische Oberfläche der Datenbank mit verschiedenen Abfragefunktionen macht es außerdem möglich, die Ergebnisse der Werkstoffprüfungen gezielt und gewinnbringend für die Entwicklung, Planung und Optimierung der eigenen Fertigungsumgebung einzusetzen. Aktuell werden die im Industrieverbund vorgenommenen Werkstoffuntersuchungen und Klassifizierungen mit der Prüfung der Verstoffwechselbarkeit und antimikrobieller Eigenschaften speziell für den Life-Science-Bereich erweitert. Der Industrieverbund nimmt gerne noch neue Partner auf, die ihre Anliegen und spezifischen Werkstoffe in die Untersuchungen mit einbringen.
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Biol. (technisch orientiert) Markus Keller
Telefon +49 711 970-1560 I markus.keller@ipa.fraunhofer.de
Hubert Grosser | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ipa.fraunhofer.de
Weitere Berichte zu: Anlagendatenbanken > IPA > Life-Science-Industrie > Mikroorganismus > Reinheitstauglichkeit
Engineered materials: Custom-made magnets
24.05.2012 | The Agency for Science, Technology and Research (A*STAR)
Singapore-made anti-reflective plastics to be commercialised
24.05.2012 | The Agency for Science, Technology and Research (A*STAR)
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten