Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Materialien eignen sich für die Life-Science-Industrie? - Werkstoff- und Anlagendatenbanken für die hygienische Fertigung

13.08.2010
Bereits mit der Datenbank für reinraumtaugliche Anlagen und Geräte »www.tested­device.com« konnte das Fraunhofer IPA seinen Kunden eine wertvolle Planungshilfe zur Verfügung stellen. Im Rahmen des Industrieverbunds CRM werden nun Prüf­verfahren zur Reinheitstauglichkeit von Werkstoffen entwickelt und deren Ergeb­nisse ebenfalls in einer Datenbank, »www.ipa-csm.com«, abrufbar sein.

Nicht erst bei der Ausstattung von OP-Sälen und Krankenhäusern sind strenge hygienische Anforderungen und Sterilität oberstes Gebot. Schon die Fertigung setzt in der Life-Science-Industrie für ihre biomedizinischen Produkte eine reine Umgebung voraus, damit die Produktqualität nicht durch Mikroorganismen leidet und es möglichst zu keinen kontaminationsbedingten Ausschüssen kommt. Um die Gefahr einer Kontamination während des Produzierens zu minimieren, muss bereits bei der Planung einer Produktionsstätte Vorsorge getroffen werden, dass in der späteren Fertigung keine Kontaminationsquellen auftreten können.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den eingesetzten Werkstoffen und deren chemische und biologische Resistenz gegenüber einem mikrobiellen Befall.

Damit rücken auch die für eine Produktionsstätte einzusetzenden Werkstoffe, z. B. für Fußböden, Wandanstriche, Dichtungen, Ablageflächen etc. in den Blickpunkt. Für ihren Einsatz in der Life-Science-Industrie müssen sie beständig gegen die eingesetzten chemischen Reiniguns- und Sterilisationsmittel sein und dürfen nicht von Mikroorganismen besiedelt und verstoffwechselt werden. Meist kommen bekannte Materialien wie Edel­stahl, eloxiertes Aluminium, verschiedene geprüfte und zugelassene Elastomere und Kunststoffe zum Einsatz. Neue Werkstoffe mit entsprechender Qualifizierung werden künftig die aktuelle Werkstoffauswahl entscheidend erweitern. In verschiedenen Bereichen können antimikrobiell ausgestattete Materialien und Oberflächen eingesetzt werden. Hier ist neben dem Funktionsnachweis der antimikrobiellen Beschich­tung auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit des eingesetzten Materials von entscheidender Wichtigkeit. Entsprechende Tests der biostatischen oder antimikrobiellen Eigenschaften der Materialien (in Anlehnung an ISO 846 oder JIS Z 2801) sind wesentlich und werden in der Abteilung »Reinst- und Mikro produktion« des Fraunhofer IPA durchgeführt. Eben­so werden die chemische Beständigkeit nach ISO 2812-4 und die mikrobiziden Eigen­schaften nach ISO 22196 untersucht und bewertet. Die Ergeb­nisse dienen der Qualifizierung und Klassifizierung des untersuchten Materials im Blick auf seine mikrobiologischen Eigenschaften und werden in die Datenbank www.tested-device.com eingestellt. Dabei kann der Auftraggeber jederzeit wählen, welche Ergeb­nisse er zur Veröffentlichung freigibt.

Sind auf der offenen Plattform www.tested-device.com vor allem die Daten von Geräten für jedermann abrufbar, die vom Fraunhofer IPA auf Reinraumtauglichkeit zertifiziert wurden, arbeitet der Industrieverbund »Cleanroom Suitable Materials CSM« an einem umfangreichen exklusiven Wissenspool über die Reinheitstauglichkeit von Werkstoffen. Übergeordnetes Ziel des vom Fraunhofer IPA ins Leben gerufenen Industrieverbunds CSM ist es, den Anlagenkonstrukturen Hilfsmittel zur Auswahl reinheitstauglicher Werkstoffe an die Hand zu geben. Dazu sitzen Key Player aus den relevanten Industrien an einem Tisch und entwickeln gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA aussagekräftige Verfahren zur Prüfung und Bewertung der Reinheitstauglichkeit von Werkstoffen.

In Form einer weltweit einmaligen internetbasierten Ergebnisdatenbank erhalten die Teilnehmer unter www.ipa-csm.com Zugriff auf alle im Industrieverbund untersuchten Werkstoffe. So profitieren alle Mitglieder von den Synergieeffekten des großen Verbunds, der einen schnell wachsenden Werkstoffdatensatz mit sich bringt. Die benutzerfreundliche graphische Oberfläche der Datenbank mit verschiedenen Abfragefunktionen macht es außerdem möglich, die Ergebnisse der Werkstoffprüfungen gezielt und gewinnbringend für die Entwicklung, Planung und Optimierung der eigenen Fertigungsumgebung einzusetzen. Aktuell werden die im Industrieverbund vorgenommenen Werkstoffuntersuchungen und Klassifizierungen mit der Prüfung der Verstoffwechselbarkeit und antimikrobieller Eigenschaften speziell für den Life-Science-Bereich erweitert. Der Industrieverbund nimmt gerne noch neue Partner auf, die ihre Anliegen und spezi­fischen Werkstoffe in die Untersuchungen mit einbringen.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Biol. (technisch orientiert) Markus Keller
Telefon +49 711 970-1560 I markus.keller@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wie wirksam sind Haftvermittler? Fraunhofer nutzt Flüssigkeitschromatographie zur Charakterisierung
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Dem Lichtstrahl auf die Sprünge geholfen
21.07.2016 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz