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Wasserfester Stoff führt Schweiß ab

22.05.2013
Mikrofluidisches Textil setzt auf Abfluss-Fäden

Ein von Bioingenieuren an der University of California (UC), Davis entwickeltes Textil macht wasserfeste Kleidung, die gleichzeitig Schweiß effektiv und gezielt abführen kann, denkbar.


Hightech-Stoff: wasserabweisend und schweißleitend (Foto: Holly Ober)

Denn das Team hat in einen an sich stark wasserabweisenden Stoff gezielt einige wasseranziehende Fäden eingearbeitet, die als mikrofluidische Kanäle dienen, um Tropfen abzuleiten. Dadurch, wie genau diese Abfluss-Fasern in das Textil eingearbeitet werden, ist präzise steuerbar, wo Flüssigkeit gesammelt und wieder freigesetzt wird.

Zweite Haut

Im Prinzip funktioniert das neue Gewebe laut Tingrui Pan, Professor für Biomedizintechnik an der UC Davis, wie die menschliche Haut, die überschüssigen Schweiß in Form von Tropfen abfließen lässt. Um das nachzuahmen, setzen die Forscher auf Mikrofluidik, die Manipulation winziger Flüssigkeits- oder Gasmengen auf kleinstem Raum - eine Technik, die bislang beispielsweise für Chiplabors zur medizinischen Diagnostik oder als Sprengstoffdetektor und somit Hundenasen-Ersatz (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20121122028 ) genutzt wird.

Durch das Einarbeiten wasseranziehender Fäden in ein sonst wasserfestes Textil ist es dem Team gelungen, Muster zu schaffen, die Flüssigkeitstropfen - beispielsweise Schweiß - auf einer Seite des Stoffes aufnehmen und über die Fäden auf die andere Seite leiten können, wo sie dann abtropfen. Das klappt nicht nur dank Kapillarwirkung, vielmehr hilft die wasserabweisende Natur des umgebenden Stoffs noch, Wasser durch die Kanäle abzuleiten. Zudem funktionieren diese Abflüsse auch dann noch, wenn die wasseranziehenden Fäden bereits mit Flüssigkeit gesättigt sind - und der Rest des Stoffs bleibt dabei trocken und atmungsaktiv.

Einfache Massenfertigung

Die Entwicklung hat noch einen weiteren Vorteil. "Wir haben bewusst auf raffinierte Mikrofabrikationstechniken verzichtet, damit das kompatibel zu Textilverarbeitungs-Prozessen bleibt", erklärt Siyuan Xing, maßgeblich projektbeteiligter Doktorand. Dadurch sei der Ansatz sehr leicht hochskalierbar. Die Forscher dürfen sich also Hoffnungen machen, relativ schnell auf Interesse aus der Textilindustrie zu stoßen. Immerhin sind beispielsweise für Sportbekleidung atmungsaktive Stoffe, die Schweiß zwar effektiv vom Körper abführen, sich aber nicht vollsaugen wie Baumwolle, sehr interessant.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucdavis.edu

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