Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens     3M    n-tv
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Verformender Anstrich hält Schiffe sauber

04.02.2013
Methode kann Seepocken und Bakterien abschütteln

Anzeige


Abgleitender Biofilm: Konzept-Illustration
Foto: P. Shivapooja und Q. Wang

Ähnlich, wie Pferde durch Zucken mit der Haut Fliegen verscheuchen, sollen in Zukunft auch Schiffe unerwünschte Passagiere wie Seepocken und Bakterien loswerden. Möglich macht das ein Material, das Forscher der Duke University entwickelt haben und das einfach als Anstrich auf die Hülle aufgetragen werden kann. Das Elastomer verformt sich unter bestimmten Bedingungen auf mikroskopischer Ebene, wodurch sogenannte Biofilme, aus Bakterien und anderen Mikroorganismen bestehende Schichten, einfach abgleiten.

Das ist wünschenswert, da an der Hülle angelagerte Meeresbewohner den Strömungswiderstand von Schiffen im Wasser und somit letztlich den Energieverbrauch steigern. Im Vergleich zu derzeitigen bakterioziden Lacken hat die Neuentwicklung den Vorteil, dass sie keine Umweltgifte an die Umgebung abgibt. Zudem gehen die Forscher davon aus, dass ähnliche Materialien auch für andere Bereiche interessant sind, wo Bakterienschichten ein Problem darstellen, beispielsweise die Oberfläche künstlicher Gelenke oder wasseraufbereitender Membranen.

Knittern nach Härchen-Vorbild

Funktionelles Vorbild für die Neuentwicklung sind sogenannte Flimmerhärchen, die beispielsweise Fremdkörper aus den Atemwegen befördern und von Weichtieren und Korallen genutzt werden, um ihre Oberfläche sauber zu halten. Wirklich diese feinen Härchen nachzubilden, ist bislang nicht gelungen, doch hat das Team darauf gesetzt, dass eine selbstverformende Oberfläche letztlich die gleiche Wirkung haben dürfte.

"Wir haben ein Material entwickelt, das als Reaktion auf einen Stimulus wie Dehnung, Druck oder Elektrizität 'knittert' oder seine Oberfläche verändert", so der Duke-Ingenieur Xuanhe Zhao. Durch eben diese Verformung lösen sich Biofilme und auch größere Organismen, so die Forscher. Sie haben den online in der Fachzeitschrift Advanced Materials vorgestellten Ansatz im Labor getestet, sowohl mit simuliertem Meerwasser als auch mit Seepocken und geben sich zuversichtlich was das Anwendungspotenzial betrifft.

Kleine Bewegung, große Wirkung

Hintergrund der Entwicklung ist, dass Biofilme und Bewuchs mit größeren Lebewesen wie Seepocken und Muscheln Schiffe merklich bremsen können. Daher kommen schon jetzt biozide Schutzlacke zum Einsatz, die aber einen großen Nachteil haben. Sie geben oft Giftstoffe an die Umwelt ab, die sich dort anreichern und so Fische, andere Meeresbewohner und damit letztlich das ganze Ökosystem schädigen können.

Daher arbeiten Forscher rund um die Welt an neuen Ansätzen. Das Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik IWM beispielsweise hat ebenfalls einen neuen Spezialanstrich entwickelt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20121204004 ).

Das Funktionsprinzip ist dabei ein völlig anderes, denn die IWM-Entwicklung beeinflusst das Meerwasser direkt am Schiffsrumpf, statt die Oberfläche selbst zu verformen.

Thomas Pichler | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.duke.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Journal Nature Materials: Geformter Superkatalysator für effiziente Brennstoffzellen
17.06.2013 | Technische Universität Berlin

nachricht Katalysator im Kunststoffmantel schützt „Künstliches Blatt“
17.06.2013 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: JUQUEEN erneut schnellster Rechner Europas


Forschungszentrum Jülich und IBM nehmen Auszeichnung auf ISC-Konferenz entgegen

Der Jülicher Superrechner JUQUEEN ist erneut der leistungsstärkste Supercomputer Europas. Auf der heute erschienenen TOP500 – eine Liste der schnellsten Supercomputer der Welt – belegt das Blue Gene/Q-System von IBM den siebten Platz.

Das Forschungszentrum Jülich als Betreiber und IBM als Hersteller nahmen die Auszeichnung auf der International Supercomputing Conference ...

Im Focus: Physiker nutzen winzige Diamanten als Lichtquelle


Moderne Kommunikationstechnologie basiert darauf, dass Lichtimpulse durch Glasfaserkabel übertragen werden.

An die Stelle von Lichtimpulsen, die aus „Bündeln“ von Lichtteilchen bestehen, sollen in Zukunft einzelne Lichtteilchen als Informationsträger treten – was unter anderem eine vollständig abhörsichere Datenübertragung in der Quantenkommunikation ermöglicht.

Derzeit arbeiten Forscher an alltagstauglichen Lichtquellen, die einzelne Photonen emittieren. Physiker um Professor Christoph Becher von der Saar-Uni nutzen ...

Im Focus: Katalysator im Kunststoffmantel schützt „Künstliches Blatt“


Speicherlösungen für die unregelmäßig verfügbare Solarenergie werden dringend gesucht.

Eine Lösung ist es, die in Solarzellen erzeugte elektrische Energie zu nutzen, um durch Elektrolyse Wasser aufzuspalten und so den Brennstoff Wasserstoff zu erzeugen. Forscher am HZB-Institut für Solare Brennstoffe modifizieren so genannte Superstrat-Solarzellen, die eine sehr effiziente Architektur besitzen, um mit geeigneten Katalysatoren Wasserstoff aus Wasser zu produzieren. Diese ...

Im Focus: Energie aus luftigen Höhen


Der Strom aus unseren Steckdosen könnte bald von einem fliegenden Hightech-Gerät am Himmel stammen.

Das innovative Forschungsprojekt, Windenergie mit Hilfe eines Kites zu gewinnen, hat die Jury von «venture kick» überzeugt; sie unterstützt den Empa-Spin-off «TwingTec» mit CHF 10‘000.

Ein Kite, eine Spule und ein Kontrollpult. Das sind die Bestanteile einer neuen bahnbrechenden Methode zur Energiegewinnung. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Empa, der Fachhochschule Nordwestschweiz, ...

Im Focus: Atome einfach abgetastet – Neue Technik liefert Oberflächen-Schnappschüsse mit atomarer Auflösung


Forscher der Universität Regensburg haben eine neue Methode entwickelt, die es erlaubt, Oberflächen ohne komplizierte und zeitraubende Präparation mit höchster Schärfe abzubilden.

Ihnen gelang es, Salzoberflächen mit atomarer Auflösung darzustellen. Das Forscherteam um Prof. Dr. Franz J. Giessibl, Daniel S. Wastl und Dr. Alfred J. Weymouth vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik berichtet in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review B“, dass sie mit ihrer Methode erstmals auch Oberflächen unter Umgebungsbedingungen atomar ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

FracTherm®-Technologie findet Anwendung in Rollbond-Solarabsorbern

17.06.2013 | Verfahrenstechnologie

Bund und Länder auf dem Weg zur inklusiven Bildung

17.06.2013 | Bildung Wissenschaft

JUQUEEN erneut schnellster Rechner Europas

17.06.2013 | Informationstechnologie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Auftakt für die Intersolar Europe Conference 2013

17.06.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Urbanes Lichtchaos: Forscher plädieren für bewussteren Umgang mit Beleuchtung

17.06.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Freiberger und Dresdner Ingenieure testen schwimmende Windräder in Holland

17.06.2013 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp