Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vereinfachte Herstellung von Metallformteilen

11.07.2014

Mit der „prozesssicheren spanenden Bearbeitung von Sinterteilen im Grünzustand“ befasst sich ein Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen. Das Land Hessen fördert das Vorhaben mit 35.000 Euro. Projektleiter ist Dr. Udo Fiedler, Professor für Werkzeugmaschinen und Fertigungsverfahren in Friedberg.

Ein modernes Verfahren zur Herstellung von Bauteilen ist die Pulvermetallurgie. Feinkörniges Metallpulver wird durch Pressen mit hohem Druck in Form gebracht. Der so entstandene „Grünling“ wird durch „Sintern“ weiter verfestigt.


Gordian Bergmann (vorn) und Philipp Menz analysieren ein Bauteil, das vor dem Sintern bearbeitet wurde. Die unterschiedliche Färbung am Rand des Bohrlochs zeigt Qualitätsmängel.

TH Mittelhessen

Das ist ein Wärmebehandlungsverfahren mit Temperaturen von etwa 1100 Grad, in dem die dicht beieinanderliegenden Pulverkörner endgültig verbunden werden. Das Verfahren eignet sich besonders für die Massenproduktion kleiner Formteile. Sie werden zum Beispiel im Automobilbau, im Maschinenbau und in der Medizintechnik verwendet.

Sinterbauteile lassen sich mit hoher Maßgenauigkeit herstellen. Sie sind leichter als mit Hilfe von Schmelzprozessen produzierte Teile und ermöglichen Werkstoffkombinationen, die schmelzmetallurgisch nicht realisierbar sind. Gewinde oder bestimmte Querbohrungen sind allerdings nicht möglich.

Dazu bedarf es einer Nachbearbeitung mit spanenden Verfahren wie Drehen oder Fräsen. Die hohe Festigkeit gesinterter Bauteile führt dabei zu einem starken Werkzeugverschleiß und damit zu hohen Kosten.

In seinem Forschungsprojekt will Fiedler untersuchen, unter welchen Bedingungen die spanende Bearbeitung vor dem Sintern ausgeführt werden kann.

„Das Bauteil hat in diesem Stadium weniger als ein Zehntel der Endfestigkeit. Es wird gepresst, anschließend im grünen (weichen) Zustand spanend bearbeitet und erst danach durch Sintern in den Endzustand gebracht. Vorteile sind die bei der Zerspanung geringeren Bearbeitungskräfte und ein dadurch geringerer Werkzeugverschleiß“, so der Wissenschaftler.

Außerdem sei eine deutliche Senkung der Energiekosten möglich. Im Projekt müssen unter anderem Fragen nach optimalen Werkzeugen und Bearbeitungsparametern beantwortet werden. Als ein Hauptproblem sieht Fiedler die sichere Fixierung des Grünteils während der Bearbeitung.

Projektpartner ist die Schunk Sintermetalltechnik GmbH in Heuchelheim. Das Forschungsvorhaben am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen hat eine Laufzeit von einem Jahr. Es wird im Rahmen des Förderprogramms „Forschung für die Praxis“ unterstützt. Damit bezuschusst die Landesregierung praxisnahe Projekte an hessischen Fachhochschulen.

Weitere Informationen:

http://www.thm.de/wi/labore/76-wzm-labor

Erhard Jakobs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide
20.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Metamaterial: Kettenhemd inspiriert Physiker
19.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik