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Türklinken aus Kupfer können gefährliche Krankenhauskeime stoppen

19.10.2010
Forschern ist schon seit langem bekannt, dass Kupfer Bakterien abtöten kann. Kupferhaltige Materialien könnten also dabei helfen, Infektionen zu stoppen, die etwa durch gefährliche Krankenhauskeime ausgelöst werden.

Reines Kupfer ist aber zu weich, um daraus Türklinken und Lichtschalter herzustellen, die auch langfristig schön aussehen. Hingegen haben Kupferlegierungen eine vergleichbare antimikrobielle Wirkung und sind zum Teil auch hart genug, um Putz- und Infektionsmitteln auf Dauer standzuhalten.


Hier sieht man Bakterien auf einer linienstrukturierten Kupferoberfläche, die mit der Laser-Interferenztechnik von Professor Frank Mücklich erzeugt wurde. Universität des Saarlandes


Türklinken aus Kupfer können verhindern, dass Bakterien von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Deutsches Kupferinstitut

Die richtige Auswahl geeigneter Legierungen ist daher eine der Fragen, mit denen sich Materialwissenschaftler, Hygieniker und Mikrobiologen beim 7. Hochschul-Kupfersymposium beschäftigen.

Die Tagung findet am 10. und 11. November in Saarbrücken statt. Diskutiert werden dort auch aktuelle Entwicklungen bei ganz anderen Anwendungen von Kupfer-Werkstoffen, etwa in der Elektro- und Halbleiterindustrie sowie in der Baubranche.

Das Hochschul-Kupfersymposium wird jedes Jahr vom Deutschen Kupferinstitut veranstaltet, diesmal in Zusammenarbeit mit Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Direktor des Steinbeis-Forschungszentrum "Material Engineering Center Saarland (MECS)“. Es bietet ein Forum für wissenschaftliche und technische Themen rund um Kupfer und seine Legierungen und beleuchtet neue Produkte und Anwendungen aus Kupfer. „Der Austausch zwischen Wissenschaftlern und Industrievertretern soll dazu beitragen, dass neue Erkenntnisse schnell Eingang in die industrielle Praxis finden und die Anforderungen der Unternehmen an neue Kupferwerkstoffe von den Forschern aufgegriffen werden“, sagt Professor Mücklich.

Kupfer wird heute für ganz unterschiedliche Anwendungen eingesetzt, da es über vielfältige Materialeigenschaften verfügt. „Kupfer leitet zum einen sehr gut Wärme und Strom. Es ist aber auch ein relativ weiches und dehnbares Metall, das sich gut verarbeiten und formen lässt“, erläutert der Saarbrücker Materialforscher. Kupfer wird außerdem gemeinsam mit anderen Metallen geschmolzen, so dass so genannte Legierungen entstehen, die neue und verbesserte Eigenschaften aufweisen. „Für die Elektromobilität der Zukunft wird Kupfer eine wichtige Rolle übernehmen. Aber auch in der Halbleiterindustrie wird es breit eingesetzt, da Kupfer für diese Anwendungen über besondere Eigenschaften verfügt“, erläutert Frank Mücklich.

Durch seine bakterienhemmende Wirkung sei Kupfer zudem auch für zukünftige Anwendungen im Gesundheitsbereich interessant, vor allem zur Bekämpfung der gefürchteten, multiresistenten Keime. Hierfür müsse aber noch genauer erforscht werden, auf welche Weise Kupfer die Bakterien unschädlich mache. „Bisher weiß man zwar, dass die antibakterielle Wirkung von Kupfer über einen langen Zeitraum auf den Oberflächen bestehen bleibt. Die Herausforderung an die Materialforscher ist es aber, diese Mechanismen noch besser zu verstehen“, sagt Frank Mücklich. Die Wissenschaftler werden dabei auch die Oberflächen der Kupferwerkstoffe mit neuen Laserverfahren strukturieren mit dem Ziel, ihre antibakterielle Wirkung weiter zu verbessern.

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Frank Mücklich
Universität des Saarlandes / Material Engineering Center Saarland (MECS)
Tel. 0681 / 302-70501
E-Mail: muecke@matsci.uni-sb.de
Michael Hans
Universität des Saarlandes
Tel: 0681 / 302-70545
E-Mail: michael.hans@mx.uni-saarland.de
Birgit Schmitz
Deutsches Kupferinstitut
Tel. 0211/47963-28
E-Mail: bschmitz@kupferinstitut.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kupferinstitut.de/symposium
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

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