Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Hamburg forscht im EU-Großprojekt Graphen an neuem Werkstoff

29.01.2013
Graphen und darauf basierende Materialien sind Hoffnungsträger für zukünftige Technologien.

Daher hat die Europäische Kommission (EU) im Rahmen einer bisher einmaligen Forschungs-Initiative „Future and Emerging Technologies" das „Graphene Flagship“ als eines von zwei Projekten zur Förderung ausgewählt.

Auch Ingenieure der TU Hamburg sind Teil dieses ehrgeizigen Forschungsvorhabens für dessen 30-monatige Startphase die EU insgesamt 54 Millionen Euro zur Verfügung stellt und das visionäre Ziel hat, Graphen in die Anwendungen zu überführen.

Durch die breite internationale akademische und auch industrielle Kooperation soll Europa eine führende Rolle auf dem Weg zur Nutzung des Graphen in der Informations- und Kommunikationstechnologie, in der Materialwissenschaft sowie den Bereichen Energie und Life Science einnehmen.

An TU Hamburg erhält die Forschergruppe um Professor Karl Schulte 600 000 Euro für die Weiterentwicklung ihrer gemeinsam mit Kieler Wissenschaftlern entwickelten Graphit-Strukturen. Es ist bis dato der leichteste Werkstoff der Welt. Ziel der norddeutschen Ingenieure und Werkstoffexperten ist die Herstellung des – auf den Namen Aerographit getauften – Materials in größeren Mengen bei hoher Qualität. Bislang gelang die Produktion nur in der Größe etwa einer Walnuss. Die große Herausforderung besteht in der Optimierung der inneren Struktur auf Mikroebene sowie der Graphitschichten auf Nanoebene.

Das Netzwerk aus porösen Kohlenstoffröhrchen, das dreidimensional auf der Nano-und Mikroebene ineinander verwachsen ist, hat eine extrem geringe Dichte von nur 0,2 Milligramm pro Kubikzentimeter. Es kann aber auch in vielen anderen Dichten und gewünschten mechanischen Eigenschaften hergestellt werden. Auf ihrer Suche nach geometrisch-strukturierbaren Kohlenstoff-Nanomaterialien hatten die Forscher um die Professoren Karl Schulte und Rainer Adelung (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) 2011 das zukunftsweisende, auf Graphen basierende Material entdeckt.

„Das EU-Projekt ist für uns eine große Chance, diese Strukturen für verschiedene Anforderungen zu optimieren“, sagt Professor Schulte von der TU Hamburg. Gemeinsam mit Partnern des neuen Forschungsverbunds werde man vernetzt auf europäischer Ebene forschen. Damit erhöhten sich die Chancen, das Aerographit mit seinen besonderen elektrischen und mechanischen Eigenschaften zügig weiter zu entwickeln. Schulte und sein Doktorand Matthias Mecklenburg vom Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe gehören zudem zum interdisziplinären Kreis der Wissenschaftler, die im Sonderforschungsbereich „Maßgeschneiderte multiskalige Materialsysteme – M³“ der TU Hamburg auf Landesebene gleichfalls grundlegend an innovativen Werkstoffen forschen.

Graphen und das Graphen Flaggschiff-Projekt:
Graphen als einlagiges und hexagonales Gitter aus Kohlenstoffatomen ist auf Grund seiner speziellen Struktureigenschaften zum Hoffnungsträger für zukunftsweisende Technologien avanciert. Dies wurde besonders deutlich durch die Verleihung des Nobelpreises 2010 an die Professoren Andre Geim und Kostya Novoselov. Beide werden als Mitglieder im EU-Großprojekt Graphen mitarbeiten, für das sie mit ihren preisgekrönten physikalischen Untersuchungen die Grundlagen legten. Insgesamt sind 126 akademische und industrielle Forschergruppen in 17 europäischen Ländern am neuen Großforschungsprojekt beteiligt. Ziel ist es, Graphen und darauf basierende Materialien als neue Werkstoffe in die industrielle Anwendung zu bringen.
Für Rückfragen:
TU-Hamburg
Institut für Verbundwerkstoffe
Prof. Dr.-Ing. Karl Schulte
Tel.: +49 40 42878-8231
Email: schulte@tuhh.de

TU Hamburg
Pressesprecherin
Jutta Katharina Werner
E-Mail: j.werner@tuhh.de
Tel.: +49 40 428 78 4321

Jutta Katharina Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuhh.de/tuhh/uni/aktuelles/spektrum.html
http://www.graphene-flagship.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Kampf dem Plastik mit Verpackungen aus Seetang
15.12.2017 | Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

nachricht Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung
14.12.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie

Konsortium erhält 2 Millionen Euro Förderung für neue MR-kompatible elektrophysiologis

18.12.2017 | Medizintechnik