Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Textilien - Wetterfest, schmutzabweisend - und preisgünstig

17.03.2009
Sächsisches Textilforschungsinstitut an der TU Chemnitz entwickelt Outdoor-Tischwäsche aus Spinnvliesstoff

Knitterfrei fallen sollen sie, nicht verrutschen, Wasser und Schmutz abweisen, bei Sonneneinstrahlung und Waschvorgängen nicht verblassen, bei der Gestaltung freie Hand lassen und sich angenehm anfühlen. Gemeint sind Tischdecken, die auf Terrasse und Balkon zum Einsatz kommen.

Das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI) an der TU Chemnitz hat Spinvliesstoffe so modifiziert, dass sie sich für Tischwäsche eignet, die genau diese Anforderungen erfüllt. "Der Vorteil gegenüber bisherigen Outdoor-Tischdecken besteht darin, dass nur ein einziger Arbeitsschritt nötig ist, um vom Ausgangsstoff Granulat zum fertigen Produkt zu gelangen - dadurch werden die Tischdecken sehr preisgünstig", erklärt Ralf Taubner vom STFI.

Spinnvlies wird aus Kunststoff-Granulaten gefertigt, die nach Bedarf gemischt, dann geschmolzen und durch Düsen als Endlosfaden zu Wirrvlies übereinander gelegt werden. Aufgabe der Forscher war es, die richtige Mischung der Grundkomponenten zu finden, damit die Tischdecken optimale Eigenschaften für den Outdoor-Einsatz aufweisen.

Die vier eingesetzten Kunststoffe Polyamid, Polyester, Polypropylen oder Polyethylen unterscheiden sich in der Verarbeitungstemperatur. "Für die Tischwäsche sind die beiden Kombinationen Polypropylen mit Polyethylen sowie Polyester mit Polyamid möglich", so Taubner. Die erste Kombination ist feuchtigkeits- und schmutzabweisend und haftet vor allen an Holztischen, so dass die Decke auch bei Wind auf dem Tisch bleibt. Die Kombination Polyester/Polyamid erfüllt diese Charakteristik nicht ganz so gut - ihr Vorteil ist jedoch die höhere Temperaturbeständigkeit: Sie hält Hitze bis zu 200 Grad Celsius aus, wodurch sie im Thermo-Transferdruck mit Mustern bedruckt werden kann. "Das geht erst ab 180 Grad Celsius. Die andere Materialkombination kann deshalb nur uni eingefärbt oder mit Pigmentdruck bemustert werden, der allerdings nicht so hochwertig ist", erklärt Taubner.

Zu den Kunststoff-Granulaten haben die Chemnitzer Textilforscher Nebenkomponenten gemischt - chemische Zusätze, die beispielsweise für UV- und Fleckschutz sorgen. Die bisher durchgeführten Wasch-, Trocken- und Bügeltests und die Überprüfungen von Oberflächenabrieb, Biegesteifigkeit und Reißfestigkeit haben die Erwartungen der Wissenschaftler erfüllt. "Unser Ziel war, dass die Tischdecken mehrere Wochen eingesetzt werden können, sie sind also keine Einmal-Produkte. Nach etwa fünf Waschvorgängen fällt das Material nicht mehr so schön - aber die Tischdecken sind so preisgünstig, dass man sie dann auch austauschen kann", sagt Taubner. Derzeit läuft noch ein Bewitterungstest auf dem Teststand des STFI am Kap Arkona auf der Insel Rügen. Dort werden die Tischdecken seit September 2008 für ein Jahr der normalen Witterung ausgesetzt - also Sonne wie Regen, Hitze wie Kälte.

Um die Markteinführung, die Massenproduktion und den Verkauf kümmert sich der Projektpartner Brändl Textil GmbH aus dem sächsischen Geyer. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie innerhalb des Programms INNO-WATT für 21 Monate mit 170.000 Euro gefördert.

Weitere Informationen erteilt Ralf Taubner, Telefon 0371 5274 262, E-Mail ralf.taubner@stfi.de.

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise