Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stoff nutzt Nanotech-Silber als Bakterienkiller

07.05.2014

Entwicklung soll gefährliche Krankenhausinfektionen verhindern

Australische Forscher haben ein neuartiges antibakterielles Gewebe entwickelt, das auf silberhaltige Nanodrähte setzt. Das Team um Vipul Bansal, Leiter des NanoBiotechnology Research Laboratory an der RMIT University http://rmit.edu.au , will damit potenziell tödlichen Krankenhausinfektionen vorbeugen.


Spitalbett: Spezialbezüge sollen Keime killen

(Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

Auch als Lösung möglich

Die Entwicklung bietet Erregern wie E Coli oder Staphylokokken keinen Nährboden, sondern tötet sie innerhalb von zehn Minuten ab - was beispielsweise für Bettlaken oder Kittel interessant ist. Den Forschern zufolge ist die Entwicklung auch als Lösung geeignet, in die normale Stoffe getaucht werden, um antibakterielle Eigenschaften zu bekommen.

Wie wertvoll eine derartige Vorbeugung durch antibakterielle Gewebe für Patienten potenziell sein könnte, zeigt ein Blick auf die Ende März von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene http://krankenhaushygiene.de veröffentlichten Zahlen. Demnach erkranken allein in Deutschland 900.000 Patienten pro Jahr an Spitalinfektionen. Davon sind letztlich über 30.000 als Todesopfer zu beklagen.

Silber völlig neu verpackt

Es ist schon lange bekannt, dass Silber keimtötend wirkt, weshalb das Edelmetall beispielsweise in Wundauflagen zum Einsatz kommt. Das RMIT-Team hat nun festgestellt, dass organische Materialien mit Halbleitereigenschaften noch besser sind als Silber-Metallsalze. Die Forscher setzen daher auf Silber-Tetracyanoquinodimethan in Form von Nanodrähten, die nur langsam Silberionen abgeben. Entsprechend behandeltes Gewebe hat eine von bisherigen Silber-Stoffen nicht erreichte antibakterielle Wirkung, so das Team im Magazin Advanced Functional Materials.

Das ist interessant für den Kampf gegen Krankenhausinfektionen. "Es gibt ein Potenzial für spezielle Bettwäsche, Leintücher und chirurgische Schürzen, auf denen Mikroben und Bakterien nicht wachsen, so dass wir infektionsfreie Umgebungen im Gesundheitswesen sicherstellen können", so Bansal. Damit würde das Risiko gefährlicher Sekundärinfektionen deutlich sinken. Zudem verweist der Wissenschaftler auf Wundauflagen und Pflaster, die Infektionen noch wirksamer bekämpfen und somit eine schnellere Heilung ermöglichen könnten.

Einfach dippen reicht aus

Nach Angaben der Australian Associated Press ist es nicht nötig, Stoffe mit den silberhaltigen Nanodrähten zu weben. Denn es ist möglich, eine Materiallösung zu fertigen. Dann genügt es, beispielsweise ein T-Shirt in die Lösung zu dippen, damit es antibakteriell wird. Allerdings muss das Team erst abklären, ob das Material ungefährlich für menschliche Zellen und ein gedipptes T-Shirt somit sicher zu tragen ist. Generell ist es für die RMIT-Forscher wichtig zu zeigen, dass solche antibakteriellen Lösungen nicht auch das umliegende Gewebe angreifen.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften