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Spezialfarbe: Kleidung wird zum Stromgenerator

23.08.2010
Piezoelektrische Textilien sollen Elektronikgadgets betreiben

Alltägliche Kleidung wird den Strom für MP3-Player und andere Elektronikgeräte liefern. Darauf zielt ein Projekt ab, das Forscher an der Fakultät für Elektronik und Informatik der University of Southampton in Angriff nehmen. Ziel ist ein zum Druck auf Textilien geeignetes piezoelektrisches Material. Dieses soll als Dünnfilm Kleidung in Generatoren verwanden.


Buntes Shirt: Der Stromlieferant von morgen (Foto: aboutpixel.de, Christoph Ruhland)

Der Komfort soll darunter nicht leiden. "Stoffe werden oft mit bunten Druckfarben gemustert", meint Projektleiter Steve Beeby gegenüber pressetext. Der piezoelektrische Film soll für den Träger nicht spürbarer sein als eine Musterung. Das Bedrucken mit dem Elektronikmaterial ist aber eine etwas größere Herausforderung. Dennoch hofft der Forscher, dass die Technologie bis 2015 marktreif ist.

Intelligente Kleidung

Piezoelektrische Materialien sind ein gängiger Ansatz, um aus der alltäglichen Bewegung eines Menschen Strom zu gewinnen, beispielsweise in stromerzeugenden Schuhen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100428031/). Das von Beeby geleitete Projekt zielt nun darauf ab, dieses Prinzip direkt in die Kleidung zu integrieren. Dazu will das Team ein geeignetes Material direkt auf Stoffe drucken, ähnlich wie Farben für Dekorationen auf der Kleidung. Da eine großflächige Anwendung denkbar ist, kann so relativ viel Strom erzeugt werden.

Smartphones und andere Gadgets per Kleidung zu betreiben ist zwar denkbar, aber nicht das Hauptziel des Projekts. "Die Technologie könnte andere direkt ins Gewebe integrierte Elektronik mit Strom versorgen. Das wäre die Energiequelle für wirklich integrierte intelligente Kleidung, die ohne externe Batterien und Kabel auskommt", betont Beeby. Die denkbaren Anwendungsgebiete sind so vielseitig wie die Konzepte für tragbare Elektronik. Sie reichen von Datenhandschuhen über intelligente Schutzkleidung bis hin zu Gewand, das Gesundheitsdaten des Trägers überwacht.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ecs.soton.ac.uk

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