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Silikonschicht macht Textilien wasserdicht

09.12.2008
Luftpolster zwischen Wasser und Gewebe verhindert Kontakt

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Die günstige Herstellung völlig wasserabweisender Materialien dürfte Forschern der Universität Zürich gelungen sein. Im Journal "Advanced Functional Materials" berichten sie von einer Methode, Textilgewebe mit Silikon-Nanofilamenten zu beschichten.


"Das lässt auf dem Material eine dünne Luftschicht entstehen, die den Kontakt des Wassers mit der Textilfaser überhaupt verhindert", erklärt der Entwickler Stefan Seeger im pressetext-Interview. Die Wassertropfen bilden sphärische Kugeln, die schon bei geringer Neigung abrollen. Ein auf diese Weise beschichtetes Textil blieb auch nach zwei Monaten unter Wasser völlig trocken und lieferte somit den Beweis für das Funktionieren der Methode.

Chemische Grundlage für die Beschichtung ist Silikon. "Es ist als Abfallprodukt bei der Siliziumherstellung sehr kostengünstig und zudem nicht toxisch. Da die Beschichtung im Nanobereich erfolgt, kommt man mit sehr kleinen Mengen aus", beschreibt Seeger die Vorzüge des Prozesses. Auch die Beschichtung des Ausgangmaterials bei Raumtemperatur sei sehr unkompliziert und erfolge in einer dafür errichteten Kammer. Beschichtete Textilien behielten ihre Atmungsaktivität, sodass sie den körperverursachten Dampf weiter durchlassen. Da die mechanische Stabilität von beschichteten Textilien auf der Ebene der einzelnen Fäden gesichert sei, bilden laut Seeger auch die Detergenzen beim Waschvorgang keine Probleme. Schwieriger sei die Anwendung auf völlig glatten Flächen. "Hier lässt ein Drüberkratzen die Schicht verschwinden", erklärt der Züricher Wissenschaftler.

Erste Umsetzung dieser Erkenntnisse sind laut Seeger in der Sportartikel- und Bekleidungsindustrie bereits in greifbarer Nähe, denkbar seien jedoch auch andere Anwendungsgebiete. "Die Beschichtung könnte Kameras wasserfest machen oder die Sauberkeit von Solarpanels garantieren, was ihre Leistung steigern würde." Seeger erwägt auch den Einsatz im Fassadenschutz oder für die Holzimprägnierung von Parkettböden.

"Aufgrund der höheren Belastung wäre hier jedoch ein erneutes Auftragen der Beschichtung in gewissen Zeitabständen notwendig", so Seeger. Derzeit erfolge noch die Untersuchung im Labormaßstab, größere Dimensionen würden jedoch durch die Errichtung einer größeren Beschichtungskammer bald möglich sein. "Die Umsetzung kann bald erfolgen, da der Technologietransfer unkompliziert ist", so Seeger abschließend.

Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.schweiz
Weitere Informationen: www.uzh.ch

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