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RUB-Werkstoff-Engineering: Die Sonne Wasser spalten lassen

14.10.2011
Wasserstoff umweltfreundlich herstellen
Neue Materialien sollen Wasserspaltung effizienter machen

Die nachhaltige Produktion von Wasserstoff aus nicht-fossilen Quellen ist für eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft dringend nötig. Wenn wir Wasserstoff nachhaltig produzieren, speichern und in Brennstoffzellen effizient umsetzen könnten, ginge ein technologischer Traum in Erfüllung.

Bis dahin müssen aber noch sehr viele höchst komplexe materialwissenschaftliche Probleme gelöst werden. Ingenieure und Chemiker arbeiten mit diesem Ziel im Materials Research Department der RUB zusammen.

Sie berichten in RUBIN Werkstoff-Engineering, der aktuellen Sonderausgabe von RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum.

Lange haltbar bei Licht und Nässe

Zur Wasserstoffherstellung aus Wasser braucht man elektrische Energie. Nutzt man Strom, der aus fossilen Quellen stammt, ist nicht viel gewonnen. Eine bessere Möglichkeit ist die photoelektrokatalytische Spaltung von Wasser, die bereits vor ca. 40 Jahren erstmals beschrieben wurde. Hier ist Licht die treibende Kraft. Die Methode funktioniert aber nur dann effizient, wenn man die richtigen Materialien findet. So wird zum Beispiel ein Halbleiter gebraucht, der auf lange Sicht sowohl Licht standhält als auch ständiger Nässe, und der darüber hinaus möglichst viel UV-Licht nutzt. Die so genannte Bandlücke des Halbleiters muss exakt so groß sein, dass das Licht die Elektronen ausreichend anregt, damit sie ins Leitungsband wechseln. Außerdem werden Katalysatoren gebraucht, um die Wasserspaltung energiesparend ablaufen zu lassen. Diese Materialien suchen Chemiker und Ingenieure der RUB gemeinsam.

Materialbibliotheken untersuchen

Sie nutzen dafür Materialbibliotheken: Drei oder mehr Ausgangsmaterialien werden als keilförmige Schichten auf ein Trägermaterial abgeschieden. An jedem Punkt des Trägers findet man eine unverwechselbare Mischung. Mit Hochdurchsatzmethoden kann man jeden Punkt des Trägers auf seine photokatalytischen Eigenschaften untersuchen. So lassen sich viel versprechende Materialien aus der Vielzahl möglicher Kombinationen herausfinden, die man dann genauer erforscht. Erste Ergebnisse haben z.B. gezeigt, dass es bei Halbleitern für die photoelektrokatalytische Wasserspaltung auf die optimale Schichtdicke ankommt.

Weitere Themen in RUBIN Werkstoff-Engineering

Im RUBIN Werkstoff-Engineering finden Sie außerdem folgen Themen: Blitzschnell verschleißbeständige Bauteile; Widerstandsfähig gegen Rost und Reibung: Pumpenzentrum kümmert sich um das allgegenwärtige Stiefkind der Forschung; Dem Zufall auf die Sprünge helfen: Entwicklung neuer Werkstoffe durch Hochdurchsatzexperimente mit Materialbibliotheken; Wenn Superlegierungen versetzt werden; Zerreißprobe: Wie Hitze die Mikrostruktur von Stahl durcheinanderbringt; Geflochtene Implantate; Bei extremer Kälte dem Magnetfeld widerstehen; Leichter abheben; Heißer ist besser: Kraftwerke umweltschonender machen; Wie eine lebende Haut: Neue Korrosionsschutzschichten sollen Defekte selbstständig heilen; … und wenn sich der Wasserstoff nicht nur im Tank befindet?: Ingenieure untersuchen Gefahren durch Wasserstoff in hochfesten Stählen; Vom Atom zum Werkstoff: Interdisziplinäre Materialsimulation zu leichten Elementen in Eisen und Stahl. RUBIN ist in der Stabsstelle Strategische PR und Markenbildung zum Preis von 5 Euro erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Alfred Ludwig, Werkstoffe der Mikrotechnik, Institut für Werkstoffe, Fakultät Maschinenbau, Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-27492, alfred.ludwig@rub.de, Materials Research Department: http://www.rd.rub.de/is3/

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin

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