Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Röntgenstrahlen scannen Container und Windräder

27.10.2011
Siemens hat einen kompakten Elektronenbeschleuniger für die zerstörungsfreie Prüfung von Werkstoffen oder Frachtcontainern entwickelt.

Der Siemens Industrial Linear Accelerator (SILAC) arbeitet mit einer Spannung von ein bis maximal neun Megaelektronenvolt (MeV) – hundertmal energiereicher als in der Medizin eingesetzte Röntgenstrahlen zur bildgebenden Diagnostik. Das Gerät ist bereits in der Materialprüfung im Einsatz und kann zudem für Sicherheitsanwendungen verwendet werden.


Die Anforderungen an Produkte werden immer höher: Rotoren von Windenergieanlagen oder Turbinenschaufeln müssen hochstabil; Automotoren langlebig und zuverlässig sein. Zur Überprüfung dieser Eigenschaften braucht es daher immer leistungsfähigere bildgebende Verfahren. Um massive Bauteile aus Metall auf verborgene Fehlstellen oder Verschleiß zu überprüfen, werden sie mit Röntgenstrahlen durchleuchtet und sogar eine dreidimensionale Darstellung der Strukturen erstellt – dasselbe Prinzip wie bei der Untersuchung von Knochen im Körper.

Ein Detektor kann dann ein Projektionsbild des Bauteils abbilden, das Unterschiede in der Dichte und der Dicke im Material sichtbar macht. Wegen der hohen Dichte von Metallen muss dazu eine viel höhere Strahlenergie verwendet werden als in der Medizin. Die dazu notwendige Elektronenenergie von mehr als einem Megaelektronenvolt wird von Linearbeschleunigern erzeugt. Derartige Geräte werden auch verstärkt bei der Kontrolle von Seefracht auf Schmuggelware, radioaktive Stoffe oder Waffen eingesetzt. Dazu müssen sie mobil, robust und einfach zu bedienen sein. Beschleuniger für die Materialprüfung sollten wiederum Bauteile mit unterschiedlichen Materialien möglichst kontrastreich darstellen können.

Die Experten von Siemens Healthcare in Rudolstadt entwickelten basierend auf der Technologie der Bestrahlungsgeräte für die Onkologie eine kompakte Beschleunigereinheit, bei der die Energie, die Dosis, die Pulslänge und die Pulsfrequenz des Röntgenstrahls stufenlos eingestellt werden kann. So ist der Anwender in der Lage, den Bildkontrast optimal an sein Produkt anzupassen. Das Gerät gibt es auch in einer tragbaren Version. Das mit einer nutzerfreundlichen Software angesteuerte System überwacht sich selbst: Integrierte Sensoren für Temperatur, Kühlwasserfluss und Strahlendosis überprüfen permanent den Zustand.

Siemens passt das Gerät individuell an Kundenwünsche an, wie bei der Durchleuchtungseinrichtung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen in Fürth. Dort wird eine Anlage mit 25 Metern Durchmesser aufgebaut, in der Wissenschaftler und Industrieanwender Flugzeugteile oder ganze Fahrzeuge durchleuchten und in 3D darstellen können. (IN 2011.10.7)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen