Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter montieren und kleben CFK-Flugzeuge: neue Fraunhofer-Projektgruppe

04.02.2009
Zukunft in Niedersachsen mit neuer Fraunhofer-Projektgruppe: Spatenstich
Auftakt zum Baubeginn des Forschungszentrums CFK Nord in Stade mit Wirtschaftsminister Walter Hirche
Spatenstich in Stade:
Datum: Mittwoch, 04. Februar 2009
Beginn: 15:00 Uhr
Adresse: Baustelle Forschungszentrum CFK NORD
Ottenbecker Damm/Airbus-Straße
21684 Stade
In Stade ist es am 04. Februar 2009 um 15:00 Uhr soweit: In Anwesenheit des niedersächsischen Wirtschaftsministers Walter Hirche wird mit dem ersten Spatenstich der Baubeginn des Forschungszentrums CFK Nord eingeleitet.

Insgesamt sind beim CFK Nord Investitionen und Forschungsprojekte von über 120 Millionen Euro verabredet, die den Wissenschaftlern und Technikern des Forschungszentrums in den nächsten Jahren für Arbeiten im Kontext Großstrukturen aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) zur Verfügung stehen.

Mit Bündelung der Fachkompetenzen der Partner Airbus Deutschland, CFK-Valley Stade, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Dow Deutschland, EADS, Premium Aerotec und Fraunhofer-Gesellschaft - vertreten durch die Fraunhofer-Projektgruppe Fügen und Montieren (FMM) des Fraunhofer IFAM - werden vielfältige Voraussetzungen für Niedersachsen geschaffen:

Im Bundesland der Mobilitätsindustrie steht das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum im direkten Kontakt mit Unternehmen des Automobilbaus, des Schienenfahrzeugbaus, des Schiffbaus sowie insbesondere der Flugzeugindustrie. Für sämtliche Bereiche stellen die CFK-Werkstoffe die Schlüsseltechnologie der Zukunft dar:

Durch ihr geringes Gewicht sind sie für den Leichtbau von Großstrukturen prädestiniert - Die erzielbare Gewichtseinsparung schont Ressourcen und Umwelt. Zugleich zeichnen sie sich neben sehr hoher Festigkeit und Steifigkeit durch Beanspruchbarkeit, gute Dämpfungseigenschaften sowie gutmütiges Ermüdungsverhalten aus und ermöglichen neue Wege im gesamten Produktdesign. Diese Eigenschaften machen sie zudem für den Windenergieanlagenbau besonders attraktiv.

Der Ausbau der zukunftsgerichteten CFK-Technologie wird nicht nur bundesweit einen Entwicklungsschub ermöglichen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der international agierenden Unternehmen im globalen Markt stärken und ausbauen. Das wiederum hat einen positiven Effekt auf regionale sowie überregionale Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen - insbesondere bei Transportmittelbauern und ihren Zulieferern

Die Fraunhofer Gesellschaft ist im Forschungszentrum CFK Nord mit einer eigenen Projektgruppe - Fügen und Montieren (FFM) - vertreten, die unter der Leitung des Fraunhofer-Institutes für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) steht. Die Tätigkeitsschwerpunkte dieser Gruppe sind Montage, Bearbeitung, Reparatur und zerstörungsfreie Prüfung von CFK-Großstrukturen.

"Für die Fraunhofer Gesellschaft ist das Zentrum ein Meilenstein auf dem Weg von Ergebnissen aus den Fraunhofer-Forschungs- und Entwicklungslaboren in den industriellen 1:1-Maßstab", betont Dr.-Ing. Helmut Schäfer, Institutsleiter des Bereiches Klebtechnik und Oberflächen des Fraunhofer IFAM, anlässlich des Spatenstiches in Stade.

"Das Fraunhofer IFAM ist seit vielen Jahren - in enger Zusammenarbeit mit anderen Fraunhofer-Instituten - intensiv auf dem Gebiet der Weiterentwicklung und Anwendung von carbonfaserverstärkten Kunststoffen tätig. Unser Ziel ist es, unseren Auftraggebern künftig produktionsmaßstabgerechte Lösungen zu liefern, die sie ohne weiteren Zeit- und Kostenaufwand sofort in ihre Großanwendungen umsetzen können", ergänzt Helmut Schäfer.

Insbesondere von dem Hintergrund der zu erwartenden Steigerungsraten beim Einsatz von CFK-Werkstoffen - beispielsweise sollen sie bei Airbus-Großraumflugzeugen von derzeit 20 auf künftig 50 Prozent ansteigen - wird das Ausmaß des Forschungs- und Entwicklungsgebietes deutlich.

"Die Klebtechnik ermöglicht einen Quantensprung in der CFK-Technologie. Die Bedeutung des klebtechnischen Fügens wird - vor allem im Flugzeugbau - permanent zunehmen", steht für Dr. Dirk Niermann, Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe Fügen und Montieren (FFM), fest. "Große Herausforderungen im Flugzeugbau liegen in einer deutlichen Beschleunigung der Montageabläufe bei gleichzeitiger Kostenersparnis. Dieses Ziel erreichen wir nur durch weitgehende Automatisierung der Prozesse - weg von manuellen Arbeitsabläufen hin zum Robotereinsatz - und Entwicklung von Klebstoffen mit einer sehr speziellen Kombination von Eigenschaften", so Dirk Niermann weiter.

Hintergrundinformationen:
Fraunhofer-Projektgruppe Fügen und Montieren (FFM)
Bei der - unter Leitung des Fraunhofer IFAM stehenden - Fraunhofer-Projektgruppe FFM laufen Kompetenzen und Engagement weiterer Fraunhofer-Institute, die sich mit carbonfaserverstärkten Kunststoffen befassen, zusammen. Darüber hinaus ist es gelungen, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Hintze von der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Institut für Produktionsmanagement und -technik, für die Leitung des Arbeitsgebietes spanende Bearbeitung in der FFM zu gewinnen.
Die Tätigkeitsschwerpunkte der Projektgruppe sind Montage, Bearbeitung, Reparatur und zerstörungsfreie Prüfung von Großstrukturen aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen.
Leitung der FFM:
Dr. Dirk Niermann
dirk.niermann@ifam.fraunhofer.de
Partner der FFM am Forschungszentrum CFK Nord sind:
Airbus Deutschland GmbH
CFK-Valley Stade e.V.
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH
EADS Deutschland GmbH
Premium Aerotec GmbH
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
Der Bereich Klebtechnik und Oberflächen des Fraunhofer-Institutes für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung - IFAM - in Bremen ist die europaweit größte unabhängige Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der industriellen Klebtechnik.

Mehr als 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit der Forschung und Entwicklung für diese Fügetechnik beschäftigt. Ihr Ziel sind anwendungsorientierte klebtechnische Systemlösungen für die Wirtschaft. Multifunktionale Produkte, Leichtbau und Miniaturisierung - erreicht durch die intelligente Kombination von Werkstoffen - bieten neue Möglichkeiten, auf deren Realisierung sich das Fraunhofer IFAM versteht. Die Arbeiten des Institutes reichen von der angewandten Grundlagenforschung über die Fertigung bis hin zur Markteinführung neuer Produkte. Die industriellen Einsatzfelder liegen im Anlagen- und Transportmittelbau, in der Mikrofertigung sowie in der Verpackungs-,Textil- und Elektroindustrie.

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifam.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind

27.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen

27.04.2017 | Agrar- Forstwissenschaften