Anzeige

Das in einem Hightech-Plasmaverfahren beschichtete Garn ist weich, webbar und sogar waschmaschinenfest. Die Goldkrawatte kommt noch vor Weihnachten in limitierter Auflage auf den Markt – ein wahrlich besonderes Geschenk. Weitere modische Accessoires folgen 2012.
Gold strahlt violett – jedenfalls dann, wenn es Atom für Atom versprüht wird. Das zeigt ein Blick in die Plasmabeschichtungsanlage. Diese Maschine, etwa so gross wie ein Familienkühlschrank, steht in der Spinnerei Tersuisse in Emmen. Im Inneren der Apparatur wird ein Goldstück mit schnell fliegenden Argon-Ionen beschossen und dadurch abgetragen. Goldatome fliegen davon – und setzen sich auf einem Polyesterfaden ab, der langsam durch die Maschine gezogen wird. Dies ist der Anfang eines Produktionsprozesses, der erstmals auf der Welt zu einem dauerhaft beschichteten Goldgewebe führt. Auch wenn der Faden gerollt, geknickt, in Webmaschinen verarbeitet und hinterher gewaschen wird – das wertvolle Edelmetall bleibt haften.
Krönung von zehn Jahren Forschungsarbeit
Zehn Jahre lang forschen Textilfachleute der Empa in St. Gallen bereits an der Methode; sie zerstäubten Titan, Aluminium, Stahl, Kupfer und Silber und liessen die Metalle in atomarer Form auf Polyesterfäden prasseln. Ziel des Projekts war zunächst ein Silberfaden, der alsbald diverse Abnehmer fand: Mit Silber beschichtete Fäden wirken antibakteriell – das interessierte einen Sockenfabrikanten. Auch die Modebranche suchte nach einem dauerhaft haltbaren Silberstoff. Silber ist ausserdem elektrisch leitfähig – das machte den Empa-Faden zur passenden Grundlage für Sensorbauteile und für antistatische Filterstoffe für die Industrie.
Was mit Silber geht, könnte auch mit Gold funktionieren, fanden die Projektpartner und starteten im Januar 2010 das «Goldfadenprojekt». Inzwischen läuft die Produktion in der Beschichtungsanlage stabil. Die ersten Kilometer Goldfaden wurden im Sommer 2011 produziert. 2012 soll der Ausstoss weiter gesteigert werden. Die Weiterverarbeitung übernehmen zwei Projektpartner: Die Weberei Weisbrod-Zürrer AG in Hausen am Albis und die Stickerei Jakob Schlaepfer in St. Gallen.
Exklusivität hat ihren Preis: 7500 Franken pro Krawatte
Einer der ersten Abnehmer für die Goldfäden ist die Weisbrod-Zürrer AG. Die Weberei produziert exklusive Dekorationsstoffe, Krawatten und Accessoires und war schon bei früheren Projekten Partnerin der Empa. Auch eine Goldkrawatte wurde schon versucht, mit Hilfe herkömmlicher Technik: Ein Faden wurde mit hauchdünnem Golddraht umwickelt, ähnlich einer Gitarrensaite. Der Stoff fühlte sich jedoch rau und metallisch an und war auch nicht haltbar genug für alle Partien der Krawatte: Nur die hängende Frontpartie konnte in Gold ausgeführt werden; der mechanisch stärker beanspruchte Teil am Knoten und um den Hals mussten schwarz bleiben.
Die neue Goldkrawatte aus der Empa-Plasmabeschichtung schafft nun einen weit eleganteren Auftritt: Der Goldstoff, gewoben aus Goldfäden und schwarzer Seide, kann die ganze Krawatte bedecken – und er fühlt sich sehr weich an. Auch andere Produkte sind denkbar, etwa Einstecktücher, Fliegen, Schals, Spitzenapplikationen oder gar Handtaschen. Bislang wurde nur Stoff für drei Krawatten produziert, etwa ein Dutzend weitere sollen bis Weihnachten folgen. Die erste, weltweit limitierte Serie, geschneidert in der Zürcher Krawattenfabrik Hofmann und Co AG, wird für 7500 Franken pro Stück «an den Mann» kommen.
Wie viel Gold ist drauf?
Eine Frage, die nicht nur den stolzen Besitzer einer Goldkrawatte interessieren dürfte. Spätestens, wenn er ins Sonnenlicht tritt und sein Halsschmuck charakteristisch zu leuchten beginnt, ist ihm das Interesse seiner Umgebung sicher. Die Rechnung ist einfach: Auf einer Stoffbahn, aus der drei Krawatten hergestellt werden können, befinden sich 25 Gramm reines Gold (24 Karat). Eine Krawatte glänzt also dank rund 8 Gramm Gold.
Auch in Zukunft wird die Goldkrawatte nicht zur Massenware werden. Bei voller Auslastung könnten pro Jahr maximal 600 Stück für den Weltmarkt produziert werden. Ganz sicher werden es viel weniger sein – denn ein Teil der Produktion ist für andere Projektpartner reserviert. So wird die Stickerei und Dekorstofffabrik Jakob Schlaepfer das Goldgarn für ihre nächste Haute Couture Kollektion Winter 2012/13 verwenden.
Weitere Information:
Martin Amberg, Empa Abt. Advanced Fibers, Tel. +41 58 765 75 74 martin.amberg@empa.ch
Oliver Weisbrod, Weisbrod-Zürrer AG, Tel. +41 44 764 82 06, oliver.weisbrod@weisbrod.ch
Niklaus Zemp, Tersuisse Multifils SA, Tel. +41 41 267 88 88, niklaus.zemp@tersuisse.com
Martin Leuthold, Jakob Schlaepfer, Tel. +41 71 274 9240, m.leuthold@jakobschlaepfer.com
Sabine Voser | Quelle: EMPA
Weitere Informationen: www.empa.ch
Weitere Berichte zu: Accessoires > Atom > Empa > Empa-Technologie > Faden > Goldfäden > Goldkrawatte > Krawatte > Krawatten > Luxus > Schlaepfer > Silber > Stickerei
Engineered materials: Custom-made magnets
24.05.2012 | The Agency for Science, Technology and Research (A*STAR)
Singapore-made anti-reflective plastics to be commercialised
24.05.2012 | The Agency for Science, Technology and Research (A*STAR)
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten