Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"metaklett": Neuartiger Klettverschluss aus Edelstahl von ThyssenKrupp

08.12.2009
Die Weiterentwicklung des etablierten Klettverschlusses besteht aus temperaturbeständigem Edelstahl der ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband GmbH in Schalksmühle.

Seine Anhänglichkeit macht ihn so erfolgreich: den Klettverschluss. Seit der Schweizer Georges de Mestral ihn im Jahr 1951 zum Patent anmeldete, ist er aus dem Alltag kaum noch wegzudenken.

Der Verschluss kommt z. B. in Kleidung und Schuhen, bei medizinischen Bandagen und Kabelschutzmanschetten von Autos zum Einsatz. Nun gibt es eine Weiterentwicklung des etablierten Verbindungssystems. Sie besteht aus temperaturbeständigem Edelstahl und wurde in diesem Jahr beim Stahl-Innovationspreis der Wirtschaftsvereinigung Stahl ausgezeichnet. Das Material für diese Weltneuheit liefert die ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband GmbH in Schalksmühle.

Sie bieten Flexibilität, einfache Benutzung und hohe Lebensdauer: Klettverschlüsse haben sich als wertvolles Verschlusssystem in unterschiedlichen Anwendungsgebieten etabliert. Grenzen ergaben sich immer wieder aufgrund des Materials. Klettverbindungen sind üblicherweise aus Kunststoff und das macht den Einsatz in heißen Umgebungen oder bei möglichem Kontakt mit Chemikalien unmöglich. Deshalb auch wurden derartige Verschlüsse im Motorraum von Fahrzeugen bislang nicht verwendet. Das kann sich mit dem neuen, innovativen Klettverschluss aus Edelstahl ändern. Entwickelt wurde die metallische Klettverbindung von Mitarbeitern der Firmen Reinz Dichtungs GmbH aus Neu-Ulm und Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik GmbH & Co. KG aus Wildberg. Unter Federführung der Reinz-Dichtungs-GmbH haben die Kooperationspartner verschiedene Verbindungsgeometrien entworfen und deren Fertigungs- und Fügeverhalten am Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der Technischen Universität München untersucht. "metaklett" ist der erste Klettverschluss aus metallischem Material. Er bietet damit all die Vorzüge eines Klett-Systems in Kombination mit der Beständigkeit von Edelstahl.

"Die Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, ein Material zu finden, das fest und gleichzeitig sehr flexibel ist, um die notwendige Konsistenz der Haken im System zu gewährleisten", erläutert Kurt Höhe, Leiter Vorausentwicklung und Technologie der Reinz-Dichtungs-GmbH. "metaklett" besteht genau wie die Kunststoff-Variante des Klettverschlusses aus zwei Bändern mit Schlaufen bzw. Haken. Durch das Drücken haften Haken und Schlaufen zusammen. Geöffnet wird das System durch Auseinanderziehen (im Schäl- bzw. im Kopfzug) der Bänder bzw. der Bauteile, mit dem Ergebnis, dass die Haken sich aus dem Flausch lösen. Höhe weiter: "Nach dem Herausspringen aus den Schlaufen müssen die Haken wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Nur auf diese Art kann der Klettverschluss mehrere hundert Male verwendet werden, ohne dabei seine Eigenschaften zu verlieren." Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik fällt nun die Aufgabe zu, den metallischen Klettverschluss zu produzieren. Die gemeinsame Erfindung ist bereits zum Patent angemeldet.

Auf der Suche nach dem passenden Material wurden die Entwickler bei der ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband fündig. "Die Federeigenschaften des Werkstoffs Nirosta 4310 erfüllen alle Anforderungen in Punkto Beständigkeit und Flexibilität. Mit Nirosta 4310 lassen sich durch Kaltverfestigung Eigenschaften erzielen, die ideal die Anforderungen von Gegenständen erfüllen, die einer hohen Wechselbeanspruchung unterliegen. Zudem lässt sich der Werkstoff gut stanzen, prägen, abkanten und profilieren und ist somit optimal für den Herstellungsprozess bei der Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik geeignet", beschreibt Heiko Wilken aus dem Vertrieb der ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband.

"metaklett" gibt es in zwei Varianten: "metaklett Flamingo" sowie "metaklett Entenkopf", wobei sich die Namen auf die unterschiedlichen Hakenformen beziehen. Elemente beider Varianten sind ein 0,2 Millimeter dickes Haken- und ein ebenso dickes Loch- bzw. Stanzflauschband aus nichtrostendem Federstahl. Sie sind gegen Chemikalien beständig und halten auch bei 600 Grad Celsius noch einem Zug von bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter stand. Trotz dieser Festigkeit ist die Verbindung rasch und ohne jegliches Werkzeug zu lösen und wiederzuverschließen, wie ein Klettverschluss. Als weitere Variante gibt es ein Modell, das ein Hakenband aus Edelstahl mit einem Kunststoff-Flauschband kombiniert. "metaklett" ist für prinzipiell alle Anwendungen geeignet, die leicht wieder lösbare aber stabile Verbindungen benötigen. z. B. zur Befestigung von Lüftungs- und Kabelkanälen in der Gebäudetechnik oder von Hitzeabschirmblechen in der Automobilindustrie.

Die Reinz-Dichtung-GmbH ist ein weltweit agierender Automobilzulieferer auf den Gebieten von metallischen Dichtungen, insbesondere auch Zylinderkopfdichtungen, thermisch akustischen Abschirmteilen und Ventilhauben. Sie hat ihren Sitz in Neu-Ulm und gehört der Dana Sealing Products Group an, die zur Dana Holding Corporation gehört. Dana beschäftigt mehrere Tausend Mitarbeiter in 26 Ländern.

Die Hölzel Stanz- und Feinwerktechnik GmbH & Co. ist spezialisiert auf die Projektberatung, -entwicklung und -realisierung im Werkzeugbau. Der Familienbetrieb mit Sitz in der Nähe von Stuttgart hat insgesamt 70 Mitarbeiter. Hölzel übernimmt die Serienproduktion einschließlich der gesamten Logistik von der Materialbestellung bis hin zur termingerechten Lieferung.

ThyssenKrupp Nirosta (Krefeld), ist einer der weltweit führenden Hersteller von rostfreien Flacherzeugnissen mit einem breit gefächerten Programm von Güten, Abmessungen und Oberflächen. Das Unternehmen ist mit mehreren Standorten in Deutschland vertreten (u. a. der ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband in Schalksmühle) und beschäftigt rund 4.700 Mitarbeiter.

Erik Walner | ThyssenKrupp AG
Weitere Informationen:
http://www.thyssenkrupp.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen
19.10.2017 | Forschungszentrum Jülich, Jülich Centre for Neutron Science

nachricht Was winzige Strukturen über Materialeigenschaften verraten
19.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise