Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quantenpunkte verbessern Farbdarstellung auf LCDs

31.07.2012
Folie ohne Aufwand auf herkömmliche Bildschirme zu kleben

Eine Folie, die mit sogenannten Quantenpunkten aus Indiumphosphid und Cadmium beschichtet ist, kann die Helligkeit und Farbdarstellung von LCDs verbessern, wie die Technology Review berichtet.


Bildschirm: Quantenpunkte für bessere LCD-Farben (Foto: pixelio.de, O. Fischer)

Das Verfahren wurde von 3M http://3m.com und Nanosys http://nanosysinc.com entwickelt und soll schon nächstes Jahr in Laptops zum Einsatz kommen. Die Bildqualität soll jene von teureren OLED-Displays erreichen. Die Herstellungsverfahren für die Bildschirme müssen dafür nicht geändert werden, die Kosten bleiben ebenfalls beinahe gleich. Die Entwickler verhandeln derzeit mit mehreren Elektronikkonzernen.

Gefiltertes Licht

"An LCDs wird zwar nach wie vor viel verbessert, es gibt aber Punkte, in denen OLEDs besser sind. LCDs brauchen eine Hintergrundbeleuchtung, was eine gewisse Dicke voraussetzt. OLED-Bildschirme sind teilweise nur mehr 1,1 Millimeter dick. Die subjektive Farbempfindung ist derzeit ebenfalls noch besser. Zudem wird in Asien massiv in OLEDs investiert, was die Preise künftig senken wird.

Die beiden Technologien werden eine ganze Weile parallel bestehen, eine Prognose ist aber schwierig", sagt Armin Wedel vom Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung http://www.iap.fraunhofer.de gegenüber pressetext.

LCDs sind auf eine Hintergrundbeleuchtung angewiesen, um ein Bild erzeugen zu können. Für diese Hintergrundbeleuchtung werden aus Kostengründen keine weißen, sondern blaue LEDs eingesetzt, deren Licht mittels einer Phosphorschicht weiß gemacht wird. Dieses weiße Licht wird dann durch den Bildschirm geleitet und verleiht mithilfe von Farbfiltern den Pixeln die gerade benötigten Lichtfarben. Phosphor ist allerdings nicht sehr effizient bei der Umwandlung von blauem in weißes Licht. Wird die Aufgabe des Phosphors von der Quantenpunkt-Folie übernommen, verbessert sich die Ausbeute.

Schnelle Lösung

Quantenpunkte sind Materialstrukturen im Nato-Maßstab, in denen die Beweglichkeit der Elektronen so eingeschränkt wird, dass die optischen und elektronischen Eigenschaften maßgeschneidert werden können. Für die Bildschirmfolie wurden Eigenschaften gewählt, die blaues Licht effizient verwerten. Etwa zwei Drittel der blauen Hintergrundbeleuchtung werden in grünes und rotes Licht gewandelt. So kommt jeweils mehr blaues, grünes und rotes Licht zu den Filtern, was ein helleres und farbstärkeres Bild ermöglicht. Während gewöhnliche LCDs nur etwa 70 Prozent des Adobe-RGB-Farbraums abdecken, sind mit der Folie 100 Prozent erreichbar, genau wie mit OLEDs.

Die Quantenpunkte sitzen auf einer Kunststofffolie, die sie auch bedeckt, um Schäden durch Sauerstoff oder Feuchtigkeit zu verhindern. Die Folie kann im Produktionsprozess anstatt einer schon bisher eingesetzten Diffusions-Schicht verwendet werden, und schon sind die Eigenschaften der Displays verbessert.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.3m.com
http://www.nanosysinc.com

Weitere Berichte zu: Farbdarstellung Folie Hintergrundbeleuchtung LCD OLED Phosphor Quantenpunkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Eigenschaften von Magnetmaterialien gezielt ändern
16.11.2016 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten