Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt zur Erforschung höchst robuster und leichter Flüssigkristalldisplays

02.09.2013
Unzerbrechlichkeit als Ziel

In Smartphones oder Tablet-PCs sollten Displays besonders widerstandsfähig sein und dabei wenig wiegen. Bei gekrümmten Bildschirmen, wie sie etwa im Automobilbereich oder in der Werbung künftig eingesetzt werden könnten, ist zudem eine gewisse Biegsamkeit der Display-Materialien notwendig.


Flexibles monochromes e-Paper Display von Plastic Logic. Foto: Plastic Logic

Besonders robuste und extrem leichte vollfarbige Flüssigkristalldisplays entwickeln Wissenschaftler der Universität Stuttgart jetzt gemeinsam mit Industriepartnern aus dem In- und Ausland im Rahmen des Forschungsprojekts LiCRA.

Die Displays basieren anstelle der sonst üblichen Glassubstrate auf Kunststofffolien und sind daher auch besonders flexibel. Der Markt für widerstandsfähige Displays wird bis zum Jahr 2015 auf ein Volumen von sieben Milliarden US-Dollar geschätzt.

Partner des Verbundprojekts LiCRA (Liquid Crystals for Robust Applications) sind neben dem Institut für Großflächige Mikroelektronik der Universität Stuttgart die britische Firma Plastic Logic, die israelische Firma Etkes and sons, die süddeutsche Firma LOFO High Tech Film GmbH aus Weilheim am Rhein, die Berliner Firma micro resist technology GmbH sowie als assoziierter Partner das Pharma-, Chemie- und Life-Science-Unternehmen Merck KGaA Darmstadt.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 Monaten und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie den jeweiligen nationalen Fördergebern der internationalen Partner mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert.

Die Wissenschaftler der Universität Stuttgart werden gemeinsam mit Plastic Logic die Prozesse zum Aufbau von Flüssigkristallanzeigen auf Plastikfolien entwickeln. Plastic Logic wird dafür eine bislang für monochrome e-Paper-Anzeigen eingesetzte Technologie mit organischen Dünnschichttransistoren (OTFTs) weiterentwickeln und anpassen, während der Prozess zum Zusammenbau der Flüssigkristallzellen an der Universität Stuttgart entwickelt wird.

Herausforderungen sind dabei insbesondere die Notwendigkeit, im Niedertemperaturbereich zu arbeiten, sowie die Flexibilität der Foliensubstrate. Daneben erforscht die Universität Stuttgart die Herstellung von in die Flüssigkristallzelle integrierbaren organischen Leuchtdioden (OLED) mit polarisierter Lichtemission. Diese hätten den Vorteil, dass eine weitere Hintergrundbeleuchtung und eine der bisher zwei für die Flüssigristallanzeige notwendigen Polarisatorfolien künftig eingespart werden können.

Eine zu den Anforderungen eines robusten und leichten Displays passende Hintergrundbeleuchtung wird Etkes and sons entwickeln.

Von der micro resist technology GmbH werden Materialien und Prozesse zur Nanoimprint Lithographie entwickelt. Während bei der klassischen Photolithographie zur Herstellung mikroelektronischer Strukturen ein Photolack mit UV-Licht belichtet und danach entwickelt wird, werden bei der Nanoimprint Lithographie gewünschte Strukturen mit einem dreidimensionalen Stempel direkt in einen geeigneten Nanoimprint Resist übertragen. Im Rahmen von LiCRA wird der Einsatz dieser Technologie, die neben reduzierten Herstellungskosten auch höhere Displayauflösungen versprechen, in der Fertigungskette von OTFTs auf Kunststoffsubtraten untersucht.

LOFO High Tech Film wird die für die Realisierung der Flüssigkristallanzeigen benötigten Kunststofffolien entwickeln. Besonderer Wert wird dabei auf eine geringe Dimensionsänderung während der nachfolgenden Herstellung der Flüssigkristallanzeigen gelegt sowie auf eine möglichst niedrige optische Doppelbrechung, da beides die optischen Eigenschaften der Anzeigen verschlechtern würde. Das von LOFO eingesetzte Lösungsmittel-Gießverfahren ist dazu besonders geeignet, da die Polymerlösung extrem fein filtriert werden kann, die Folie kaum verstreckt wird und somit nahezu spannungsfrei ist.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Norbert Frühauf, Universität Stuttgart, Institut für Großflächige Mikroelektronik, Tel. 0711/685-66922, E-Mail: igm (at) igm.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu, Universität Stuttgart, Abt. Hochschulkommunikation, Tel. 0711/685-82176, E-Mail: andrea.mayer-grenu (at) hkom.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Mikroplastik in Meeren: Hochschule Niederrhein forscht an biologisch abbaubarer Sport-Kleidung
18.09.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Flexibler Leichtbau für individualisierte Produkte durch 3D-Druck und Faserverbundtechnologie
13.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik