Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Problemlöser Oberfläche - Zukunftsarena setzt auch auf Geckos, Selbstheilung und Multifunktionen

25.07.2011
Materialoberflächen der Zukunft werden erstaunliche Produktivkräfte entwickeln und maßgeschneiderte Problemlöser mit oft multifunktionalen Eigenschaften sein.

Entsprechende Visionen und Impulse aus der Wissenschaft treffen bei der 1. „Zukunftsarena Oberflächentechnik“ auf potenzielle Industriepartner. Bei der neuartigen Transferveranstaltung mit insgesamt 10 Schwerpunktthemen werfen zum Teil fast unglaublichen Visionen ihre Schatten voraus.

Zukunftsforscher Dr. Karlheinz Steinmüller, der am 14. September im Bio-Seehotel Zeulenroda/Thüringen als erster Referent in die Arena tritt, sieht die Entwicklung der Oberflächentechnik nicht allein nur von technischen Machbarkeiten, sondern durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Trends bestimmt.

Seine Generalvision: „Mit neuartigen Oberflächen althergebrachte Probleme lösen helfen“. Um das am Beispiel Energieeffizienz zu illustrieren, bemüht der Wissenschaftler „Fundstücke aus der Zukunft“, darunter bionische Häuser, deren Oberflächen nicht nur klimatisieren, sondern auch Kraftstoffe erzeugen und im Inneren sogar durch Flimmerhärchen anfallenden Schmutz gezielt der Entsorgung zuführen können. “Warum soll es eines Tages nicht auch Raumfahrer geben, die mit funktionalen Textilien als Hitzeschild ausgerüstet, allein und ohne Landekapsel aus dem Orbit auf die Erde „absteigen“? – fragt der Berliner Experte, der in absehbarer Zeit Oberflächen mit Displayfunktion nicht nur in Verkehrsmitteln für möglich und nützlich erachtet. Wie wär´s zum Beispiel auch mit Videotattoos, die die private Kommunikation unterstützen oder der Werbewirtschaft völlig neue Dimensionen ermöglichen?

Beim Dialog zwischen visionärer Materialwissenschaft und Industrie, veranstaltet vom BMBF-geförderten regionalen Wachstumskern J-1013 Surface Technologies Net (www.thgot.de), spielt die Übertragung von Wirkmechanismen aus dem Pflanzen- und Tierreich auf technische Prozesse eine wichtige Rolle. So haben Wissenschaftler des in Saarbrücken ansässigen Leibniz-Instituts für Neue Materialien (INM) der Natur ein einzigartiges Haft- und Klebeprinzip abgeschaut, das den Umgang mit Oberflächen in vielen Industriezweigen revolutionieren kann. Nach dem gleichen physikalischen Prinzip, mit dem Geckos sich mühelos über Kopf oder an senkrechten Wänden halten, werden künftig ohne Einsatz von Kleber vielfältige Materialverbindungen möglich.

Beim Gecko-Prinzip, so INM-Geschäftsführer Prof. Eduard Arzt vorab, sei im Vergleich mit den bekannten post it-Klebezettel jedoch eine bis zu 100-fach stärkere Bindewirkung realistisch. Die neue Haftkraft werde überall dort auf Interesse stoßen, wo rückstandsfreie Verbindungen benötigt werden, die jederzeit zu öffnen und wieder zu schließen sind – in der Medizin, im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie in zahllosen anderen Bereichen.

In der Zukunftsarena werden neueste Forschungsergebnisse zu Oberflächen als Impulsgeber für Innovationen und neue Funktionen vorgestellt und umgekehrt Erwartung der Industrie an die Wissenschaft thematisiert. Polymer-basierte Technologien, so der Veranstalter, könnten in 10 bis 15 Jahren für holographische Sicherheitsmerkmale ebenso eingesetzt werden wie für druckbare Elektronik. Dünnschichttechnologien und Textilmaterialien, so ein weiterer Trend, werden völlig neue Funktionen nicht nur an der Bekleidung ermöglichen. Chancen und Risiken der heute schon bundesweit 60.000 Arbeitsplätze in 960 Unternehmen bindenden Nanotechnologie stehen auf dem Zeulenrodaer Oberflächengipfel ebenso im Mittelpunkt wie Oberflächenschutzsysteme mit selbstheilenden Eigenschaften.

Auf der Veranstaltung sollen Praktiker wie Forscher Impulsinformationen für marktrelevante Entwicklungstrends erhalten. „Wir wollen auf diese Weise den zumeist zu lange dauernden Transferprozess in die Produktion verkürzen“, beschreibt INNOVENT-Geschäftsführer Dr. Bernd Grünler seine Erwartungshaltung. Seine auf Oberflächen und Biomaterialien spezialisierte Forschungseinrichtung am Hochtechnologiestandort Jena koordiniert die Zusammenkunft.

Andrea Gerlach | idw
Weitere Informationen:
http://www.thgot.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Clevere Folien voller Quantenpunkte
27.03.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE