Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plasmaprozesse und High-Tech-Materialien im Fokus

29.11.2013
Die Justus-Liebig-Universität Gießen und die PVA TePla AG haben mit dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik einen Rahmenvertrag unterzeichnet – Stärkung des High-Tech-Standortes Mittelhessen.

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die PVA TePla AG, Wettenberg, haben heute mit dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST), Braunschweig, einen Rahmenvertrag zum Aufbau einer Arbeitsgruppe zur Erforschung von Plasmaprozessen und High-Tech-Materialien unterzeichnet. Ziel ist es, für Industrieunternehmen endkundenorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durchzuführen.

„Diese Kooperation im Bereich der Angewandten Plasmaphysik mit der Industrie und dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik belegt den Erfolg unserer langfristig angelegten Strategie der Profilentwicklung und Exzellenzbildung in den Gießener Materialwissenschaften“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Von Universitätsseite ist das Laboratorium für Materialforschung (LaMa) eingebunden. Das LaMa ist ein Zusammenschluss von Professuren aus den Chemischen und Physikalischen Instituten, die gemeinsam die Studiengänge in den Materialwissenschaften durchführen und an Großforschungsprojekten arbeiten. Viele der Forschungsthemen des LaMa haben engen Bezug zu den Arbeitsfeldern der neuen Arbeitsgruppe. So werden im LOEWE-Schwerpunkt RITSAT, der sich mit Plasma- und Ionenquellen für Raumfahrtantriebe befasst, auch Methoden der Plasmadiagnostik und der theoretischen Beschreibung von Plasmaprozessen entwickelt. Und im LOEWE-Schwerpunkt Store-E – ein Projekt zur Speicherung und Wandlung von Energie – stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem High-Tech-Materialien für Energieanwendungen mittels Plasma-basierten Depositionsmethoden her.

Insbesondere die innerhalb des LaMa gebündelten Kompetenzen im Bereich der Materialsynthese, der Festkörperanalytik, der Plasmadiagnostik und der theoretischen Beschreibung von Plasmen stellen eine wertvolle Ergänzung der Kompetenzen des Fraunhofer IST dar.

Prof. Dr. Günter Bräuer, Leiter des Fraunhofer IST, freut sich über den Start: „Am Standort Gießen-Wetzlar mit seinen Schwerpunkten in Optik, Vakuum- und Plasmatechnologien arbeitet eine stetig wachsende Zahl von mittelständischen High-Tech-Unternehmen, die das Potenzial haben, mit ihren Produkten und Dienstleistungen ihre Marktstellung weltweit auszubauen oder sogar Weltmarktführer zu werden. Viele Mittelständler können jedoch die zum Wachstum notwendigen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten nicht alleine stemmen. Diese Lücke versuchen wir mit unserem kooperativen Ansatz zu schließen, in dem wir – wie alle deutschlandweit arbeitenden Fraunhofer-Einrichtungen – den Unternehmen unsere Forschungs- und Entwicklungskapazitäten unterstützend anbieten.“ Der Start der Arbeitsgruppe ist für den 1. Januar 2014 geplant.

Dr. Arno Knebelkamp, der Vorstandsvorsitzende der PVA TePla AG, wird der Arbeitsgruppe moderne Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung stellen. Er wies auf die Bedeutung der endkundenorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten hin, mit der die interessierten Unternehmen diese Arbeitsgruppe beauftragen werden.

Projektkoordinator Peter Abel sieht in der hier vereinbarten Kooperation zwischen Fraunhofer-Gesellschaft, Universität und Industrie eine Stärkung des Forschungs- und Entwicklungsstandortes Mittelhessen. Besonders durch die Bündelung der regionalen Ressourcen hinsichtlich „Manpower“ und Forschungsgerätschaften entstehe eine leistungsfähige und kostenoptimierte Entwicklungsplattform, die die Wettbewerbsfähigkeit der Region besonders bei den Zukunftstechnologien stärken wird.

Im Vorfeld der Kooperationsvereinbarung haben schon verschiedene regionale High-Tech-Unternehmen ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Projektgruppe bekundet. „Sie sehen darin eine Stärkung der Zukunftsfähigkeit unserer Region Mittelhessen“, so Abel.

Kontakt:
Prof. Dr. Peter. J. Klar
I. Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33190

Lisa Dittrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie