Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Pflanze zum Produkt

06.08.2009
Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz entwickelt im Netzwerkprojekt FENAFA Fertigungskonzepte für die Nutzung einheimischer Naturfaserrohstoffe

Eine Fahrzeuginnenverkleidung aus grün geerntetem Flachs und Transportsysteme aus Hanf - was ungewöhnlich klingt, ist Ziel des Netzwerkprojektes FENAFA, das maßgeblich von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz initiiert wurde.

FENAFA steht für "Ganzheitliche Bereitstellungs-, Verarbeitungs- und Fertigungsstrategien von Naturfaserrohstoffen". "Ziel des Netzwerkverbundes ist eine großtechnische Umsetzung von neuartigen Fertigungskonzepten zur Nutzung einheimischer Naturfaserrohstoffe in innovativen Produkten. Der Schwerpunkt liegt auf geschlossenen Prozessketten von der Pflanze bis zum Produkt", erklärt Roman Rinberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung.

Einige Vorteile der Naturfasern sind ihr geringes spezifisches Gewicht und ihre Nachhaltigkeit - deshalb sind sie als Ersatz für herkömmliche Glasfasern in Verbundwerkstoffen interessant. Die Automobilindustrie hat das bereits erkannt. An der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz haben Wissenschaftler beispielsweise eine Fahrzeuginnenverkleidung aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt. Dabei bedienen sie sich nicht nur der herkömmlichen Fasern aus Hanf und Flachs, sondern des kompletten Pflanzenstängels, wodurch die Rohstoffkosten drastisch gesenkt werden. Die Anwendung bietet sich auch für andere Branchen an, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Sie beschäftigen sich im Projekt FENAFA sowohl mit der Bereitstellung der Rohstoffe als auch mit der Fertigung von Halbzeugen bis hin zur Herstellung von Produkten. Sie erstellen also eine komplette Wertschöpfungskette für technische Anwendungen von Naturfasern und Polymeren auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Potenzieller Anwender der Entwicklung ist neben der einheimischen Fahrzeug- auch die Konsumgüterindustrie.

Unter den 14 Projektpartnern der TU Chemnitz sind die SachsenLeinen GmbH, die Polytec Automotive GmbH & Co. KG, das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, die KraussMaffei GmbH, die Hugo Stiehl GmbH Kunststoffverarbeitung sowie die B&K Kunststoffwerke GmbH & Co. KG. "Durch die starke Präsenz namhafter Industrieunternehmen auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette wird eine solide Plattform für die angestrebte Vermarktung der entwickelten Technologien und Produkte geschaffen", schätzt Dr. Wolfgang Nendel, Stellvertretender Leiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, ein. Das Projekt wird durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, den Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zunächst mit drei Millionen Euro für drei Jahre gefördert.

Weitere Informationen erteilt Roman Rinberg, Telefon 0371 531-32359, E-Mail roman.rinberg@mb.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide
20.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Metamaterial: Kettenhemd inspiriert Physiker
19.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie