Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Papayasamen Wasser reinigen

20.06.2013
Chemiker der Universität Potsdam entwickelten neuartiges Material
Eines der weltweit größten Probleme ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Aus diesem Grund sind billige, einfach vor Ort herzustellende und zur Reinigung verschmutzter Gewässer geeignete Stoffe von großem Interesse. Prof. Dr. Andreas Taubert und sein Team von der Universität Potsdam stellten jetzt ein derartiges Material her.

Insbesondere in Entwicklungsländern und Ländern mit einer rapide wachsenden Bevölkerung ist Trinkwasser, anders als in Mitteleuropa, eine der wertvollsten und am schwierigsten zu erhaltende Ressource. Unter anderem deshalb, weil reiche Industrienationen ihren Elektronikschrott in Entwicklungsländer exportieren und dort aufarbeiten lassen.

Die Bergbauindustrie baut technologisch wichtige Minerale, wie Gold oder Coltan, ab und die Autoindustrie lässt Batterien fertigen. Die von diesen Industriezweigen verursachten Abwässer belasten Flüsse und Seen mit Schwermetallen, wie Nickel, Cadmium oder Blei. Diese Belastungen sind Ursache für eine Reihe von erheblichen Gesundheitsschädigungen, die durch die Entfernung der Schwermetalle aus dem Trinkwassersystem deutlich reduziert oder unterbunden werden könnten.

Die bereits existierenden Wasserreinigungsprozesse sind für Entwicklungsländer zu teuer und werden deshalb nicht angewendet.

An der Universität Potsdam hat nun ein Team um Andreas Taubert, Professor für Supramolekulare Chemie und Anorganische Hybridmaterialien, in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung ein neues, preiswertes, einfach zu produzierendes Kompositmaterial zur Reinigung von Trinkwasser hergestellt.

Das Material hat eine sehr hohe Affinität zu Nickel und Cadmium, zwei gesundheitsschädlichen Schwermetallen, die in mit Industrieabwässern belasteten Flüssen in hohen Konzentrationen auftreten. Es handelt sich um eine Kombination von Papayasamen und einem Tonmineral, beides in großen Mengen verfügbar.

Nach einer geeigneten Wärmebehandlung liefern diese Bestandteile ein Material, das in der Lage ist, die Konzentrationen von Nickel und Cadmium unter die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Grenzwerte zu senken. Die einfache Herstellung, die praktisch unendliche Verfügbarkeit der Rohstoffe und die Tatsache, dass sich die Materialien recyceln lassen, macht sie attraktiv für die einfache, schnelle und lokal verfügbare Wasserreinigung. Prof. Dr. Andreas Taubert ist davon überzeugt, „dass ähnliche Materialien im Prinzip auch in der Lage sein sollten, Verunreinigungen, wie sie im Moment im südlichen Brandenburg auftreten, zu beseitigen“.

Hinweis an die Redaktionen:
Kontakt: Prof. Dr. Andreas Taubert, Tel.: 0331/977-5773, E-Mail: ataubert@uni-potsdam.de
Internet: http://www.taubert-lab.net
Die Forschungsergebnisse sind veröffentlicht in: Unuabonah et al., ACS Sustainable Chem. Eng., DOI: 10.1021/sc400051y

Birgit Mangelsdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie